Neuer Chef für die Anästhesie

Wieder ein neues Gesicht im Ärzteteam des Zweibrücker Evangelischen Krankenhauses: Zum 1. Februar wird der vormalige Homburger Uni-Klinik-Oberarzt Dr. Marc Wrobel Chef der Anästhesie. Derweil erklärt die Klinik, warum sie Herzpatienten aktuell nicht ambulant behandelt.

Ab diesem Sonntag übernimmt Dr. Marc Wrobel die Ärztliche Leitung der Abteilung Anästhesie am Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken . Wie der Klinikbetreiber, der Landesverein für Innere Mission (LVIM), mitteilt, ist Wrobel ein "erfahrener Anästhesist, Notfall- und Intensivmediziner", der bisher am Homburger Uniklinikum (UKS) als Ärztlicher Leiter des UKS-Simulationszentrums, des Notarztstandortes Homburg sowie Oberarzt für Anästhesiologie tätig war. "Die moderne Anästhesie muss Patienten die Angst vor Schmerzen und Übelkeit nach der Operation nehmen. Daher haben Patientensicherheit und adäquate Schmerztherapie nach modernstem Standard für mich oberste Priorität", unterstreicht der 40-Jährige, der bereits für das UKS ein Safe Surgery-Projekt nach internationalem Standard leitete. Die Safe Surgerey (etwa "Sichere Operationen") umfasst bei der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Liste von Punkten, die zwischen Einleitung einer Narkose und Entlassung des Patienten aus dem OP beachtet werden sollen, um Komplikationen zu vermindern. Am Evangelischen Krankenhaus möchte Dr. Wrobel darüber hinaus die Sicherheitsmaßnahmen weiter verbessern. Auch formuliert er laut LVIM-Mitteilung als Ziel, die Patientenversorgung unmittelbar nach Eingriffen zu optimieren. "Der Patient soll möglichst gleich nach der OP schmerzfrei sein", fordert der Mediziner, der sich in einem dreijährigen Masterstudium Zusatzqualifikationen im Bereich Gesundheitsmanagement erworben hat. Im Laufe des kommenden Jahres möchte er am Evangelischen Krankenhaus zudem die Schmerzambulanz ausbauen und ein Konzept zur Palliativmedizin entwickeln. Wrobel folgt auf Anästhesie-Chefarzt Dr. Dieter Noetzel. Auf die Frage, ob er gekündigt hat, ihm gekündigt wurde oder man sich in beiderseitigem Einvernehmen trennt, sagte LVIM-Sprecherin Susanne Liebold am Freitag: "Wir sind noch in intensiven Gesprächen mit Herrn Noetzel." In jedem Falle wird Wrobel nur in Zweibrücken tätig sein und nicht etwa noch zu gewissen Zeiten an der UKS arbeiten, stellte Liebold auf Anfrage weiter klar. Anders verhält es sich bei den beiden Ärztlichen Leitern in der Abteilung Innere Medizin. So sind PD Dr. Florian Custodis, Ärztlicher Leiter Kardiologie, und Dr. Vincent Zimmer, Ärztlicher Leiter Gastroenterologie, "mindestens 42 Stunden pro Woche im Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken tätig", stellt Liebold klar. Und fügt an: "Falls sie mehr arbeiten, können sie das auch im UKS in Homburg tun." Zuvor hatte es auf mehrfache Nachfrage lediglich geheißen, beide seien "vollumfänglich" in der Rosenstadt tätig.

Custodis verrichtet hierbei auch sogenannte Hintergrunddienste - und das auch schonmal gleichzeitig an der Uniklinik als auch am Evangelischen Krankenhaus, wie Professor Dr. Michael Böhm, einer der neuen internistischen Chefärzte in Zweibrücken , kürzlich bestätigte. Hintergrunddienst heißt, Custodis kann nachts von diensthabenden Assistenzärzten angerufen werden, wenn die nicht mehr weiterwissen - und muss vielleicht auch in die Klinik fahren. Was wäre, wenn er parallel zu beiden Kliniken gerufen würde? Darauf LVIM-Sprecherin Susanne Liebold: "Wir versichern Ihnen, dass die Dienste und Hintergrunddienste am Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken so organisiert sind, dass die Patientensicherheit jederzeit in vollem Umfang gewährleistet ist."

Etwas anderes ist derzeit am Evangelischen Krankenhaus nicht gewährleistet: eine ambulante kardiologische Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten. Liebold räumt ein, dass man aktuell nur Privatpatienten Termine geben könne. Hintergrund sei, dass die Zulassung zur Behandlung von gesetzlich Versicherten bei der Kassenärztliche Vereinigung beantragt habe, aber noch auf die Genehmigung warte.