Neue Hoffnung für Kranbauer?

Terex hat zwar die Schließung seines Zweibrücker Standorts in Bierbach angekündigt. Es gibt aber noch einen Funken Hoffnung: Die saarländische Landesregierung hat am Freitag Überlegungen und Gespräche über eine Unternehmens-Ausgründung bestätigt.

Gibt es noch Hoffnung für das vor der Schließung stehende Terex-Werk in Blieskastel-Bierbach? Nach Merkur-Informationen werden derzeit Optionen geprüft, wie die Produktion dort weitergehen könnte - allerdings nicht unter Terex-Flagge.

Ziel sei, "einen Investor, Zulieferer oder jemand aus dem Haus zu finden", der die Arbeit im Werk mit einem neu zu gründenden Unternehmen fortführt - auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit Terex. Einer der Informanten schränkt aber ein, dass die Realisierung einer solchen Lösung ein "Riesen-Glücksfall" wäre, weil davor hohe Hürden stünden, insbesondere die Wirtschaftlichkeit für beide Seiten. Argumente für die Wirtschaftlichkeit könnten etwas niedrigere Löhne für die Beschäftigten einer Neugründung sein sowie die Tatsache, dass Terex weiter die gewohnte Qualität erhalten könne statt Experimente mit Fremdzulieferern einzugehen. In der Ausgründung könnten womöglich nicht nur viele der 250 Bierbacher, sondern auch einige von Kündigung bedrohte Zweibrücker Mitarbeiter Arbeit finden. Insgesamt will Terex bis zu 500 der 1700 Stellen in Zweibrücken und Bierbach abbauen.

Der saarländische Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD ) hatte sich bereits kurz vor Weihnachten nach Gesprächen mit Betriebsrat, Gewerkschaft und dem auch für Bierbach zuständigen Zweibrücker Terex-Standortleiter Klaus Beulker optimistisch gezeigt, dass das Werk in Bierbach gerettet werden kann und angekündigt, dafür "unseren ganzen Instrumentenkasten" der Wirtschaftsförderung einzusetzen (wir berichteten).

Gestern Nachmittag teilte das Ministerium auf Nachfrage mit: "Dr. Beulker hat am Montag bestätigt, dass er auch unternehmensintern auf der Suche nach einem übernahmegewillten Investor ist. Am Donnerstag gab es keine präziseren Informationen dazu. Wir stehen im engen Austausch mit dem Unternehmen, um eine geeignete Lösung für den Standort zu finden."

Betriebsrat und Gewerkschaft liegen noch keine Informationen über Pläne für ein solches sogenanntes Management-Buyout vor, es gebe aber Gerüchte. IG-Metall-Geschäftsführer Ralf Cavelius und Betriebsratschef Eduard Glass würden sich über eine solche Rettungsaktion freuen - sind aber wenig hoffnungsvoll. Cavelius: "Derjenige, der das angeht, muss langfristige Zusagen von Terex haben, sonst läuft das nicht." Und weil Terex bislang alles andere als auf Langfristigkeit setze, "glaube ich nicht, dass Terex sich auf eine solche Lösung einlässt". Auch Glass meint, dass das Risiko zu groß wäre, das Werk zu übernehmen, "wenn es nicht für mindestens fünf bis zehn Jahre Aufträge von Terex gibt".

Standort-Leiter Beulker wollte sich am Freitag nicht zu einer möglichen Unternehmens-Ausgründung äußern. Im ebenfalls im Kontakt mit Terex stehenden rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium war am Nachmittag keine Auskunft mehr zu erhalten.

Zum Thema:

Zur Person Neuer Personalgeschäftsführer bei Terex in Zweibrücken wird Frank Schättle. Schättles Vorgängerin Steffi Wieser habe gekündigt - und zwar ohne Zusammenhang mit den jüngsten Turbulenzen bei dem Kranbauer, betont Standortleiter Klaus Beulker auf Merkur-Anfrage: "Ich weiß schon seit Monaten, dass sie geht. Ich bedauere das sehr, menschlich wie fachlich." Schättle fange am Montag an und werde noch einige Zeit von Wieser eingearbeitet. Schättle komme von einem externen Unternehmen. lf