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Merkur-Expertenforum : Nebenkosten-Abrechnungen sollen transparent sein

Merkur-Expertenforum : Nebenkosten-Abrechnungen sollen transparent sein

Beim Merkur-Expertenforum ging es gestern Abend um Neben- und Betriebskosten und welche Fallstricke es dabei gibt.

„Nichts wird so oft vor Gericht verhandelt wie Uneinigkeiten der Parteien über die Neben- oder Betriebskostenabrechnung in Wohnung oder Haus“, so Angelika Glass, Hausverwalterin und Expertin in Sachen Vermietung, am Mittwochabend einleitend beim Merkur-Expertenforum in den Räumen des vollständig besetzten Pressezentrums. Nach der Begrüßung durch Merkur-Verlagsleiter Serkan Karabulut referierte sie, zusammen mit Sohn Maximilian Glass, über das immer wieder zwischen Mieter und Vermieter strittige Thema.

Schwerpunkt war diesmal der Part des Vermieters bei beiden Abrechnungsformen. Dabei hat der sich eigentlich nur an die Gesetzesvorgaben zu halten, geregelt in der Betriebskosten- und Heizkostenverordnung. Um Konfliktpotenzial mit Mietern zu vermeiden, sollten, riet die Expertin, grundsätzlich die wichtigen Punkte wie Beachtung von Fristen, Abrechnungszeiträume, vollständige und für den Mieter nachvollziehbare Abrechnung, Abrechnung gemäß Vereinbarung, Heizkosten nach Verordnung und Umlageschlüssel nach Mietvertrag, eingehalten werden. Gute Abrechnungen zeichneten sich durch Transparenz aus, seien also auch für Laien nachvollziehbar.

Grundsätzlich müsse niemand Betriebskosten zahlen, erst die Vereinbarung im Mietvertrag löse dies aus. Dazu gehörten klare Definitionen: Schwammige Formulierungen sollten vermieden werden. Betriebskosen seien laufend entstehende Kosten – im Gegensatz zu einmaligen Ausgaben, die regelmäßig der Vermieter zu übernehmen habe. Wiederkehrende Beiträge, die zwar laufend entstünden, seien trotzdem nicht umlegbar, da sie sich auf eine einmalige Maßnahme (Straßenbau) beziehen.

Merkur-Verlagsleiter Serkan Karabulut mit den Referenten Angelika und Maximilian Glass (von links). Foto: Volker Baumann

Aktuell gebe es 17 Arten von Betriebskosten, nachzulesen in Paragraph 2 Betriebskostenverordnung. Dazu gehören zum Beispiel Grundsteuer, Wasserversorgung, Entwässerung, Straßenreinigung und Müllbeseitigung, Gartenpflege, Schornsteinreinigung, Sach- und Haftpflichtversicherung. Wichtig seien die anzuwendenden Verteilerschlüssel, gebräuchlich entweder nach Anteil der Wohnfläche, nach Verbrauch, nach Personenanteilen oder nach Wohneinheit. Änderungen in der Verteilung seien nur vor Beginn einer Abrechnungsperiode und nur mit Einverständnis der Mieter möglich. Die Experten gaben praktische Tipps in Form von Erfassungen und Berechnungsbeispielen. Aus dem Publikum kam eine Frage nach festgestellten Schäden, eventuell verursacht durch den Mieter. Das Beispiel Schimmelbefall hatte Angelika Glass schon dazu bewogen, Mietern das Trocknen ihrer Wäsche im Wohnzimmer zu untersagen. Um Wichtiges nachlesen zu können, durften die Gäste für sie vorbereitete Unterlagen mit nach Hause nehmen.