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Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken (Nawi)

Nawi : Großes Interesse am Weltraum

Sonne, Mond und Sterne waren das Thema beim bundesweit ersten Astronomietag. Auch der Naturwissenschaftliche Verein zu Zweibrücken nahm daran teil und begeisterte mit einem tollen Programm.

Der Naturwissenschaftliche Verein zu Zweibrücken (Nawi) hat am vergangenen Samstag den bundesweiten Astronomietag zum Anlass genommen, die Bevölkerung über das Thema Sterne und Weltall zu informieren. Der Nawi feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Deshalb stellten die Zweibrücker, gemeinsam mit den Astronomievereinen Polaris und Sirius aus Lothringen, ein tolles Programm zusammen.

Das ging schon morgens los. In der Aula der Hochschule war ein mobiles Planetarium aufgebaut. Polaris zeigte dort unter anderem ein 360-Grad-Video vom Sternenhimmel. Dass die Erde sich ständig bewegt, konnten die Besucher anhand eines Foucaultschen Pendels sehen. Die lehrreiche Astronomie-Ausstellung zog viele Familien mit Kindern an. Besonders gefragt war ein Blick durch eines der vielen Teleskope, die von den französischen Hobby-Astronomen aufgebaut wurden. Tagsüber konnten sie die Sonne beobachten, die sich als gelb-rote Scheibe darstellte. „Die Sonne hat im Moment keine Flecken“, erklärte Robert Gabriel den kleinen Besuchern, „die Flecken sind Ausbrüche an der Sonnenoberfläche – wie Vulkanausbrüche. Ein kleiner Punkt auf der Sonnenoberfläche ist so groß wie ganz Deutschland.“

Auch für die Entfernung Erde – Sonne hatte er eine kindgerechte Erklärung parat. Um die 150 Millionen Kilometer zu überwinden müsse man 86 Jahre lang mit dem Schnellzug TGV fahren.

Eher etwas für Erwachsene waren die Exponate von Rouven Ipser. Er zeigte einen 3D-Drucker, mit dem man sich Kamera-Adapter für Teleskope ausdrucken kann. „Die Druckzeit beträgt viereinhalb Stunden, ich kann von den Adaptern heute zwei ausdrucken“, erklärte er.

Patrice Schlernitzauer, der Vorsitzende des Vereins Sirius, stellte den Besuchern in mehreren Bildbänden seine Reisen nach Südafrika vor. Drei Mal im Jahr ist er Gast auf der Klipfontain Ranch. „Wir haben mit drei Teleskopen die Sterne beobachtet. Dort, direkt an der Kalahari-Wüste, gibt es keine Lichtverschmutzung.“

Seine andere Leidenschaft ist das Sammeln von Meteoriten. Den Kindern zeigte er einen schweren Eisenbrocken, der in Marokko vom Himmel fiel. Mit Hilfe eines Magneten konnten die kleinen Besucher sehen, dass der Meteorit wirklich ganz aus Eisen besteht.

Das interessierte auch Jonah Becker, der mit Schwester Carla aus Kaiserslautern angereist war. „Die beiden sind Star Wars Fans, sie wollten die Sternwarte sehen“, bemerkte ihr Vater. Die Zweibrücker Sternwarte, die mit dem neuen Anstrich der Star Wars Filmfigur R2D2 ähnelt, wurde in den vergangenen Wochen durch Postings im Internet weltbekannt. Nachdem der Stern und die Bildzeitung darüber berichtet haben, ist die Anzahl der Besucher gestiegen, die sich das Schmuckstück auf dem Kreuzberg einmal ansehen wollen.

Das kann auch Will Mayer, der Vorsitzende des Naturwissenschaftlichen Vereins, bestätigen. „Heute waren schon zwei Familien aus Stuttgart da“, berichtete er. Und im Internet tauchen immer wieder Fotos von Fans auf, die sich als Filmfiguren kostümiert vor der Sternwarte ablichten.

Der Grund, der Sternwarte einen neuen Look zu verpassen, war ganz praktischer Natur. Sie benötigte einen neuen Anstrich. „Wir wollten sie nicht ganz weiß streichen, um es den Sprayern nicht zu leicht zu machen“, sagte Willy Mayer, „gleichzeitig gibt es hier die Star Wars Vorlesung. Da wurde die Idee mit R2D2 geboren.“

Doch nicht nur Star Wars Fans besuchten die bekannte Sternwarte. Willi Mayer erwartete auch den ASB Wünschewagen, der Sterbenskranken ihren letzten Wunsch erfüllt. „Ein Patient wollte noch einmal eine Sternwarte besuchen, das machen wir möglich“, so Mayer. Am Tage konnten die Besucher durch das Gemini G 40 Teleskop die Sonne beobachten. Am Abend zeigten sich die Sterne.

Die waren auch das passende Thema beim interessanten Abendvortrag. Neben einer Einführung in die Grundlagen der Astronomie gab es auch Erklärungen zum Thema Lichtverschmutzung. Die hell erleuchteten Städte stehen nämlich einer ungetrübten Sternenbeobachtung im Weg.