Nardini zufrieden mit Auslastung

Der Standort Oberer Himmelsberg des Nardini-Klinikums ist bisher „gut ausgelastet“, auch in der Kaiserstraße ist der Zustrom rege. Doch viele Patienten sind unsicher. Info-Abende sollen da jetzt Abhilfe schaffen.

Nach der Schließung des Evangelischen Krankenhauses verbucht das Nardini-Klinikum in der Kaiserstraße nach eigenen Angaben eine "unvermindert anhaltende hohe Inanspruchnahme". Was das in absoluten Patientenzahlen oder Steigerungen bedeutet, will der Klinikträger nicht verraten. Konkrete Behandlungszahlen veröffentliche man "grundsätzlich nicht", sagt Pflegedirektor und Sprecher Thomas Frank. Man habe allerdings "mit organisatorischen Maßnahmen und einer Erweiterung der Stellenpläne reagiert".

Zu Aussagen von Patienten , wonach sich die Wartezeiten bei Behandlungen im Nardini seit der Schließung des Evangelischen erhöht haben, antwortet Frank allgemein: "Je nach Patientenaufkommen und nicht planbaren Notfällen sind Wartezeiten in der Notaufnahme nicht immer zu vermeiden." Auch zum konkreten Fall einer Patientin, die bei einer für 9.30 Uhr terminierten Darmspiegelung erst eineinhalb Stunden lang im Warteraum sitzen und nochmal eineinhalb Stunden im kalten Vorbereitungsraum auf der Pritsche liegend vor dem Untersuchungsraum warten musste, bleibt er unkonkret. Bei diesen, in der Regel ambulanten, Untersuchungen werde der Patient zeitnah zum vereinbarten Untersuchungstermin "von einem Arzt über den Untersuchungsverlauf und mögliche Risiken aufgeklärt". In der Regel seien die Patienten zum Mittagessen wieder zu Hause.

Obwohl Patienten der Inneren Medizin 2 seit Anfang Oktober am Oberen Himmelsberg behandelt werden - und die "die vorgesehenen Behandlungskapazitäten nach den ersten Tagen bereits gut ausgelastet" seien, sieht sich das Nardini-Klinikum nach dem Übergang mit Unsicherheiten konfrontiert. Patienten fragen: "Wo soll ich hingehen, wenn ich Schmerzen im Bauch habe?", "wie läuft das ab, wenn ich stationär am Himmelsberg bin und an der Kaiserstraße untersucht werden muss?" oder "können meine Besucher auch mal einen Kaffee mit mir trinken?". "Die offenen Fragen und Unsicherheiten bei den Menschen sind bei uns angekommen", sagt Frank. Deshalb lädt die Klinik zu Informationsveranstaltungen nach Käshofen (morgen, 18 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus) und Contwig (Mittwoch, 9. November, 18 Uhr, Bürgersaal im Rathaus) ein. Frank erinnert daran, dass Patienten nur am Standort Kaiserstraße aufgenommen werden. Zur Aufnahme gehören Blutentnahme, Röntgen oder Ultraschall. Wenn Leute mit "unspezifischen Schmerzen " kämen, müsste zunächst die Ursache gefunden werden. Danach werde entschieden, wo die Behandlung erfolge. Die Patienten der Inneren Medizin 2 mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Diabetologie und Nephrologie werden dann im Gebäude am Himmelsberg weiter behandelt, die übrigen in der Kaiserstraße. Die in der dritten Etage untergebrachte Abteilung leitet Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier zusammen mit Dr. Senad Alickovic, Dr. Dietmar Leser und Jörg-Frederik Kaumann. Der Transport von einem Standort zum anderen ist laut Frank durch einen Vertrag mit dem Roten Kreuz geregelt: "Es steht ein Fahrzeug nur für die Patiententransport bereit." Mit dem Transport stehe allen Patienten , egal welcher Standort, die komplette Diagnostik zur Verfügung ohne eine Doppelstruktur aufzubauen.

Das Essen am Himmelsberg kommt indes aus der Hauptküche in der Kaiserstraße; es handelt sich dabei wieder um Tiefkühlware von Apetito, für die der LVIM (Landesverein für Innere Mission) sie einsetzte. Stichwort Verpflegung: Solche gibt es in der Cafeteria des Evangelischen seit Oktober nicht mehr, der LVIM hat sie dicht gemacht, das Nardini-Klinikum will sie auch nicht betreiben. Aber: "Wir werden eine Aufenthaltsmöglichkeit schaffen, damit die Patienten und Besucher dort gemeinsam einen Kaffee oder ein Wasser trinken können", kündigt Frank an.