Nagelwerk baut viele Stellen ab

Zweibrücken. Das Nagelwerk in Ixheim muss seine Pforten vorerst trotz der Krise nicht schließen. Werner Cappel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz: "Es ist noch so gut wie nie passiert, dass Gewerkschaft und Betriebsrat erreichen konnten, dass ein Werk, dessen Schließung zum 31. Dezember fast sicher war, doch geöffnet bleibt

Zweibrücken. Das Nagelwerk in Ixheim muss seine Pforten vorerst trotz der Krise nicht schließen. Werner Cappel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz: "Es ist noch so gut wie nie passiert, dass Gewerkschaft und Betriebsrat erreichen konnten, dass ein Werk, dessen Schließung zum 31. Dezember fast sicher war, doch geöffnet bleibt."Ohne Einschnitte ist diese Maßnahme aber nicht denkbar. Etwa elf der 26 Beschäftigen werden den Zweibrücker Standort des WDI-Konzerns, in dem Einspritzpumpen, Radbolzen und Vergaser produziert werden, wohl verlassen müssen. Das erfuhr der Pfälzische Merkur auf Nachfrage bei Rolf Lüdenbach, dem Prokuristen des Konzerns Westfälische Draht-Industrie (WDI). Lüdenbach: "So wie sich die konjunkturelle Lage aktuell darstellt, werden wir versuchen, das Werk mit etwa halbierter Mannschaft einschichtig weiterlaufen zu lassen." Aktuell stehe man diesbezüglich in Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Es sei ein Versuch, "auf kleinster Sparflamme" die Produktionsstätte zu erhalten. Zunächst gebe es eine Beschäftigungsgarantie bis Ende November. Danach müsse man überprüfen, wie sich die Konjunktur entwickelt habe.

Gehe es wirtschaftlich aufwärts, würden die Entlassungen "nicht so krass ausfallen", so Lüdenbach. Man versuche in jedem Fall, Altersteilzeit- oder Vorruhestandsangebote zu machen. "Als letzten Schritt müssten wir Leute entlassen", sagt der Prokurist. Das aktuelle Niveau an Mitarbeitern halten zu können, sei allerdings unwahrscheinlich. Lüdenbach betonte, dass man das Werk vor 2002 gekauft und zwei Millionen Euro darin investiert habe. Der Prokurist: "Das geschah nicht, weil wir es schließen wollten. Doch Auftragseinbrüche von 70 Prozent zwingen uns leider zu unpopulären Maßnahmen." Man setze alles daran, so sozialverträglich wie möglich vorzugehen. Das ist auch für Siegfried Deck, den Betriebsratschef des Ixheimer Nagelwerks oberstes Gebot. Doch der Bestand des Werks ist aus seiner Sicht trotz der Sparmaßnahmen wohl nur bis 2013 gesichert. WDI sei zu 80 Prozent von der Autoindustrie abhängig. Infolge der ausgelaufenen Abwrackprämie und der zu erwarteten Absatzprobleme im Laufe des Jahres könnte es das Zweibrücker Nagelwerk besonders hart treffen. Vor allem der wichtige Markt für große Nutzfahrzeuge sei im Moment quasi tot. "Und die Tendenz geht im nächsten halben Jahr nochmal nach unten", sagt Deck. Bis November arbeiten die Beschäftigten kurz, 2,5 anstatt fünf Tage. Es sei möglich, die Kurzarbeitertage zu erhöhen, wenn weiter keine Aufträge reinkommen. "Nach der möglichen Personalreduzierung hoffen wir, dass die verbliebenen Mitarbeiter wieder komplett arbeiten" blickt Deck nach vorne, bleibt aber pessimistisch: "Wenn sich die Wirtschaftslage weiter verschlechtert, bleibt die Schließung ein Thema."

"Wenn sich die Wirtschaftslage weiter verschlechtert, bleibt die Schließung ein Thema."

Siegfried Deck,

Betriebsrat