Auch politisch engagiert Zweibrücker Ex-Bundesrichterin Heidi Lambert-Lang gestorben

Zweibrücken · Maßgeblich beteiligt war sie unter anderem an der Entwicklung der Rechtsprechung zum groben Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bei wucherähnlichen Grundstücksgeschäften.

Dr. Heidi Lambert-Lang auf einem undatierten Archivbild.

Dr. Heidi Lambert-Lang auf einem undatierten Archivbild.

Foto: PM-Archiv

Die einst höchstrangige Richterin aus Zweibrücken ist am 16. Oktober im Alter von 86 Jahren gestorben. Heidi Lambert-Lang wurde 1937 in Köslin/Pommern geboren. Seit 1970 lebte sie in Zweibrücken, wo sie zunächst als Richterin am Landgericht und ab 1974 am Pfälzischen Oberlandesgericht tätig war. Nach einer Abordnung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Bundesverfassungsgericht wurde sie 1981 zur Richterin am Bundesgerichtshof in Karlsruhe gewählt; sie gehörte dort bis zum Ruhestand 2002 dem für Grundstückssachen zuständigen Senat an und war Vorsitzende des Richterrates. Maßgeblich beteiligt war sie unter anderem an der Entwicklung der Rechtsprechung zum groben Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bei wucherähnlichen Grundstücksgeschäften und zur subjektiven Seite der Sittenwidrigkeit. Als Mitherausgeberin und Mitautorin des Handbuchs der Grundstückspraxis von Lambert-Lang/Tropf/Frenz (1988) trat die promovierte Juristin auch wissenschaftlich in Erscheinung.

2002 erhielt Lambert-Lang das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Von 1974 bis 1989 war sie Mitglied im Bezirkstag Pfalz, ab 1979 als Vize-Fraktionschefin der CDU – und stark in Frauenfragen engagiert. 2002 bis 2011 wirkte sie als Ombudsfrau der deutschen privaten Bausparkassen.