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Nachhaltige Vorweihnachtszeit in Zweibrücken

Alternativer Weihnachtsschmuck und Geschenkideen : Natürlich, nachhaltig und selbst gemacht

Selbst gebastelter Christbaumschmuck aus Naturmaterialien, Geschenke wichteln statt neu kaufen – in Zweibrücken nutzen viele Menschen dieses Weihnachten, um neue Wege zu beschreiten.

In diesem Jahr ist alles anders, auch die Vorweihnachtszeit. Während die einen den Verlust des Altgewohnten betrauern, beschreiten andere mutig bislang unbekannte Wege und probieren etwas Neues aus. So auch viele Mitglieder der engagierten Bürgerinitiative „ZW vernetzt“.

Ina Stenger sagt stellvertretend: „Für viele Menschen, die nachhaltiger leben wollen, ist die Weihnachtszeit eine gute Gelegenheit, Gewohnheiten zu überdenken. Muss wirklich so viel Deko aus Plastik sein? Worauf kommt es beim Schenken wirklich an? Welche Geschenke sind denn nachhaltig?“

Kurz entschlossen machte sich eine kleine Gruppe daran, alternativen Weihnachtsschmuck zu basteln. Nach einer Anleitung im Internet ging es ans Werk. Das heißt, zunächst auf den Waldspaziergang oder in den Garten, um Hölzchen und Ästchen zu sammeln. Ein Blick in den heimischen „Kann-ich-bestimmt-noch-mal-brauchen“-Kruschelkasten, den Handarbeitskorb und den Gewürzschrank offenbarte weitere Schätze.

Mit Feuereifer, fingerfertigem Geschick und bester Laune entstand so gleich vielfältiger Christbaumschmuck aus Naturmaterialien und recycelten Schleifen: Weihnachtssterne, Tannenbäume, sogar Rentierköpfe oder Makramé-Anhänger aus Zimtstangen. „Auch, wenn wir als Umwelt- und Klimaschutzinitiative das Fällen von Bäumen zu rein dekorativen Zwecken nicht wirklich gutheißen können, möchten wir uns mit einem Zeichen der Nachhaltigkeit an der Baumschmückaktion beteiligen“, beschloss die Gruppe, ein Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen.

Mit viel Spaß schmückten sie auf Höhe des Juweliergeschäfts den Stadt-Weihnachtsbaum an der Ecke Hauptstraße/Mühlgasse. Nadine und Sascha Kipper haben Ringe aus duftenden Mandarinenschalen gebastelt. Eine einfache und clevere Nutzung der zurzeit anfallenden Obstschalen. Statt sie auf den Müll zu befördern, erhalten sie ihre zweite Chance. Die witzige Anleitung dazu – sie beginnt mit Tee machen;- Musik einschalten; Tee zu einer oder mehreren Mandarinen genießen – findet sich ebenso wie weitere Bastel- und Geschenktipps auf der Homepage www.zw-vernetzt.de.

In der Fußgängerzone, gleich gegenüber, setzen die Waldjugend und der Kreisverband der Grünen ebenfalls Zeichen für nachhaltigen oder natürlichen Christbaumschmuck. Dagmar Pohlmann hat ihren Baum mit pinkfarbenen, gehäkelten Sternenanhängern und naturfarbenen Sisalschleifen geschmückt. An der Tanne der Waldjugend schaukeln große Tannen-, Fichten- und Kiefernzapfen im Wind.

Doch auch das Thema Geschenke treibt engagierte Menchen in Zweibrücken um. Auf Facebook wirbt Connie Haller, Sängerin beim Mittelbacher Frauenchor „Gospel & Praise“ und Kopf der „Big Ferries“, als „kleine Weihnachtsidee“ für das Wichteln. Sie fordert dazu auf, in die Kommentare zu schreiben, was man sich zu Weihnachten wünscht. „Vielleicht hat es jemand zu Hause und braucht es eh nicht mehr oder es verstaubt nur im Keller und dieser Jemand entscheidet sich, dein Weihnachtswichtel zu sein.“

Ihre Meinung: „Der Umwelt und der Nächstenliebe zuliebe müssen Dinge ja nicht immer neu sein. Oder vielleicht kann sich jemand gerade etwas nicht leisten.“ Nicht jede Familie, Mutter, Vater habe besonders in diesem Jahr die Möglichkeit, der Frau, dem Mann, den Geschwistern und Kindern eine Freude zu bereiten. Besonders Menschen ab dem mittleren Alter haben zudem die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes gut gemeinte Geschenk die entsprechende Freude hervorrief. In wohl jedem Haushalt schlummert Ungenutztes in Schrank oder Regal, wenn es nicht längst entsorgt wurde.

Im Sinne der Nachhaltigkeit hilft der Verzicht auf ein Geschenk, bei dem man sich unsicher ist, ob das Gegenüber dies wirklich brauchen kann oder mögen wird, nicht nur dabei, den Geldbeutel zu schonen. Ein Nachdenken vorher trägt auch dazu bei, Müll zu vermeiden.