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Nabu lässt Vogel des Jahres wählen

Nabu stellt fünf Vogelarten zur Abstimmung : Wahl zum „Vogel des Jahres“

Der Naturschutzbund (Nabu) stellt fünf Vogelarten zur Abstimmung. In Rheinland-Pfalz leben diese unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. Für den Wiedehopf gibt es nur noch wenige Standorte.

(dpa/lrs) Die fünf Kandidaten für die Wahl zum „Vogel des Jahres“ sind auch in Rheinland-Pfalz zuhause und machen auf jeweils eigene Weise auf besondere Naturschutzanliegen aufmerksam. Die bundesweite Abstimmung des Naturschutzbunds (Nabu) dauert noch bis zum 18. November. Zur Wahl stehen Mehlschwalbe, Steinschmätzer, Wiedehopf, Feldsperling und Bluthänfling.

Die Mehlschwalbe ist überall in Rheinland-Pfalz zuhause. Sie brütet gerne an rau verputzten Außenwänden von Gebäuden mit überstehender Dachtraufe. Mit schätzungsweise bis zu 62 000 Brutpaaren ist sie die häufigste Schwalbenart in Rheinland-Pfalz. Weil Hausbesitzer die Schwalbennester oft nicht dulden und weil mit zunehmender Flächenversiegelung die für die Nestbau wichtigen Lehm- und Schlammvorkommen weniger werden, ist der Bestand rückläufig.

Der Steinschmätzer liebt offenes Gelände und Steinmauern in Weinbergen, ist aber mit nur noch 150 bis 200 Brutpaaren in Rheinland-Pfalz vom Aussterben bedroht. Er kommt in Rheinland-Pfalz nur noch in Rheinhessen und der Vorderpfalz vor. Noch seltener ist der Wiedehopf mit lediglich 70 bis 80 Brutpaaren in Rheinland-Pfalz. Der wärmeliebende Spechtvogel mit seinem langen Schnabel und den orangefarbenen Scheitelfedern hat in Deutschland seine nördliche Verbreitungsgrenze. Er ist auf aufgelockerte Wiesen- und Buschlandschaften angewiesen wie etwa im Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“. Die besonderen Biotope dieser Dünenlandschaft werden von der Autobahn 643 durchschnitten, Naturschützer hoffen, den beschlossenen Ausbau der Autobahn noch stoppen zu können.

Der Feldsperling ist in Rheinland-Pfalz noch mit bis zu 23 000 Brutpaaren vertreten, aber schon seit Mitte der 1980er Jahre rückläufig und in der Roten Liste als gefährdet aufgeführt. Die Art ist auf Streuobstwiesen und baumbestandene Gärten angewiesen.

„Mehr Hecken zum Verstecken“ braucht laut Nabu der Bluthänfling. Der zu den Finken gehörende Singvogel ist in Rheinland-Pfalz mit bis zu 15 000 Brutpaaren präsent. Die Art ist weit verbreitet, mit Schwerpunkten in den Weinanbaugebieten Rheinhessen und Nahe.

An der ersten öffentlichen Wahl zum „Vogel des Jahres“ beteiligten sich im vergangenen Jahr mehr als 455 000 Menschen. Insgesamt gibt es in Deutschland 307 Vogelarten. Der Nabu hat für die Wahl drei Zugvögel ausgewählt – Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf – und damit Arten, die besonders stark unter dem Klimawandel leiden, „da sie auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen sind“.

 Auch der Bestand der Mehlschwalben ist rückläufig.
Auch der Bestand der Mehlschwalben ist rückläufig. Foto: ZB/Patrick Pleul

www.vogeldesjahres.de

(dpa)