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Multikulturelles Begegnungsfest auf dem Schlossplatz Zweibrücken

Auch Lebenshilfe dabei : Interkulturelles Begegnungsfest

Trotz Kälte und zeitweiliger Regenschauer herrschte bei kulinarischen und anderen Angeboten auf dem Schlossplatz am Samstag gute Stimmung.

Zweibrücken ist bunt und vielfältig, zeigte das Begegnunsfest auf dem Zweibrücker Schlossplatz. Dort begegneten sich am Samstag Menschen unterschiedlicher Herkunft. „Wir sind zum dritten Mal dabei“, erklärt die Spanierin Dori Yanez, die mit ihrer Familie von der Insel Gran Canaria stammt. Ihren großen, in den spanischen Nationalfarben gelb-rot weithin sichtbaren Stand betrieben Zweibrücker Spanier unterschiedlichster Herkunft, um mit zwei Sorten Paella mit Fleisch und Fisch, Tapas, süßen Köstlichkeiten, Weinen und Spirituosen die Kulinarik und Vielfalt ihrer Heimat zu präsentieren. Am Stand der Familien aus dem afrikanischen Eritrea gab es Fladenbrot, das mit Sauerteig aus Dinkel und einem afrikanischen Spezialmehl gebacken wird und den typischen, mit Ingwer versetzten Kaffee. „Ich kann mich immer so schwer entscheiden“, stöhnte Maria Schneider aus Rieschweiler-Mühlbach angesichts der kulinarischen Vielfalt von Asiatisch über Arabisch oder Peruanisch bis Russisch. Sie probiere gerne etwas, was sie noch nicht kenne.

Als Publikumsmagnet erwies sich einmal mehr Elmiras Orient. Das Bauchtanzstudio begeistert mit seinen zahlreichen Gruppen von Kleinkindern bis zu Senioren, seinen farbenprächtigen Kostümen und seinen unterschiedlichen Stilrichtungen von klassischem Bauchtanz über moderne Fantasy bis hin zu Folklore.

Petrus hatte ein Einsehen und schenkte an diesem regnerischen, stürmischen Samstag zumindest über Mittag zwei Stunden Trockenheit und Sonne. Davon profitierte auch die Herzog-Wolfgang-Realschule plus. Die Schüler präsentierten ihr Streetart-Projekt „In kulturellen Begegnungen Grenzen überwinden“, in dem sie bunte Buttons erstellten und verteilten. Die elfjährige Lara Leonie Schwendler hatte im Rahmen des Projekts „Biotopia“ des DRK ein Salatpflänzchen eingetopft und die Topfhülle gestaltet. „Das schenke ich meiner Mutter zum Muttertag“, strahlte die Elfjährige, stolz auf ihr Werk.

Zufrieden war auch die Hauptorganisatorin des Begegnungsfests, Gertrud Schanne-Raab, angesichts des gut gefüllten Schlossplatzes und der guten Stimmung an allen Ständen und vor der großen Bühne mit dem abwechslungsreichen kulturellen Programm. Sie freute sich über die vielen Stände, die den gesamten Schlossplatz ringsherum säumten und alle gut frequentiert waren.

Der Esperanto-Club Zweibrücken warb nicht nur im Zelt für die außergewöhnliche Weltsprache. Der ZMO-Chor („Zusammenleben mit Osteuropa“), der das interkulturelle Begegnungsfest seinerzeit ins Leben gerufen hatte, machte mit seinen Liedern, etwa mit der Esperanto-Hymne, darauf aufmerksam. „Esperanto erleichtert die Übersetzung zwischen allen Sprachen“, sagte Peter Schulz, der selbst diese Kunstsprache erlernt und dadurch Bekannte in aller Welt hat.

Begegnung gab es bei dem Fest nicht nur zwischen den Nationalitäten. Mit ihrem Stand und ihrem bewunderten Rollstuhltanz integrierte sich auch die Lebenshilfe als Organisation für Menschen mit Handicap. Einen Beitrag zu interkultureller Gemeinschaft leistete das Fest auch am Stand des „Patennetz für Flüchtlinge und Integration“. Hier verteilten hier Frauen kurdischer und arabischer Abstammung aus Syrien gemeinsam von den selbst gekochten Köstlichkeiten. Eine von ihnen lachte: „Nur hier zum Fest. Normalerweise haben Kurden und Araber keinen Kontakt.“

Als um 14 Uhr ein heftiger Regenschauer in die Gute-Wetter-Laune platzte, wurden die Begegnungen enger: Die Besucher fanden Unterschlupf unter den Standdächern und kamen so spontan ins Gespräch.