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Monet-Quintett überzeugt in Karlskirche

Monet-Quintett überzeugt in Karlskirche

Um die 120 Musikfreunde kamen in die Karlskirche, um das "Monet Quintett" zu hören, dessen fünf Bläser allesamt bereits Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe sind. Ein hübsche Idee, dass sie den Komponisten Franz Danzi (1763-1826) an den Anfang des Konzertes gestellt hatten - in Umstellung des Programms. Franz Danzi war Mitglied der Mannheimer Hofkapelle, dem damals berühmtesten Orchester Europas . Am Zweibrücker Hof waren Danzis Werke gern gehört. Heuer wurde ein Bläserquintett in B-Dur gespielt.

Danach wechselten die Musiker wieder im Programm und stellen (gewagt!) gleich den Komponisten György Ligetis (1923-2006) dagegen oder daneben, der sich in seinen "Sechs Bagatellen" der Modernen Musik verschrieben hat. Da pocht das Herz des 20. Jahrhunderts, Danzi ist da ganz weit weg, aber auch er schon damals auf der Suche nach neuen klangfarblichen Möglichkeiten. Schnell vergisst der Hörer Danzi und folgt den furiosen sechs Bagatellen. Verwendet werden nur wenige Töne, die Klangfarben ändern sich, der Flötist wechselt von großer zur kleinen Flöte, Dissonanz wiegt vor. Der fünfte Satz ist eine Klagemelodie über ständig stockenden Akkorden. "In memoriam Béla Bartók " hat Ligeti über diesen bewegenden Satz geschrieben.

Später gab es noch Quintette von Anton Reicha (1770-1836) und Gustav Holst (1874-1934) zu hören. Samuel Barbers (1910-1981) "Summer Music", der hier komponierte, "was er fühlte", spätsommerliche Farbenpracht. Das tat gut. Ein Konzert, das in bester Erinnerung bleibt.