Moment mal

Mit einem Verlust von 18,1 Prozent sind die Zahlen für Zweibrücken alles andere als rosig Moment mal Glänzendes Ende einer Dienstreiseoder: Tabellarische Geheimnisse Liebe Leserinnen, Liebe Leser, der Letzte macht das Licht aus! Ganz sicher haben Sie diesen Satz schon mal gehört

Mit einem Verlust von 18,1 Prozent sind die Zahlen für Zweibrücken alles andere als rosigMoment mal

Glänzendes Ende einer Dienstreiseoder: Tabellarische Geheimnisse

Liebe Leserinnen, Liebe Leser, der Letzte macht das Licht aus! Ganz sicher haben Sie diesen Satz schon mal gehört. Und sicherlich begegnet er Ihnen in kalauernder Reminiszenz auch in diesem Jahr noch einmal, da wir doch 20 Jahre Deutsche Einheit feiern. Mir ist er eingefallen vor dem Hintergrund, dass in der Nacht zum heutigen Montag die Olympischen Winterspiele in Kanada zu Ende gegangen sind. In der vergangenen Nacht ist das olympische Feuer in Vancouver erloschen, endlich können wir noch mal durchschlafen, und die olympischen Ringe (die unter den Augen) werden auch bald verschwinden. Für unsere deutschen Olympiateilnehmer war es alles in allem eine gelungene Dienstreise über den großen Teich. Vor den beiden letzten Wettbewerben lagen "Unsere" im Medaillenspiegel auf dem zweiten Platz - mit zehn goldenen, zwölf silbernen und sieben bronzenen Medaillen hinter Gastgeber Kanada und vor den USA. Viele haben diese Zahlen in den zurückliegenden Tagen mit großer Akribie verfolgt, das weiß ich aus zahlreichen Rückmeldungen unserer Leser. Wobei: Die einen sehen im Medaillenspiegel deutlich zuviel Pathos und überholten Nationalismus, anderen kann die Dokumentation der nationalen Erfolge nicht groß genug sein. Die Wahrheit dürfte wie so oft im Leben ziemlich genau in der Mitte liegen. Unbestritten aber ist: In Übersichten und Tabellen kann man nach Herzenslust reininterpretieren. Und auch raus! So habe ich mit Interesse dieser Tage denn auch eine Statistik in tabellarischer Form zur Kenntnis genommen, die vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise auch die Frage nach der Rezession im Tourismus beleuchtet. Und danach sind die Gästeankünfte 2009 in deutschen Städten leicht rückläufig - nämlich um 0,81 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hochgerechnet wurde dieser Schnitt anhand der untersuchten 50 beliebtesten deutschen Städtereiseziele. Zweibrücken ist in der Aufzählung des "who is who" der Städtereisen nicht eigens erwähnt. Nur so ist es auch zu erklären, dass Wuppertal mit einem Rückgang von -15,78 Prozent der angekommenen Gäste die fragwürdige Liste anführt. Denn fraglos würde die Stadt der Rosen und Rosse das Zentrum des Bergischen Landes noch toppen: Mit einem Verlust von 18,1 Prozent sind die Zahlen für Zweibrücken alles andere als rosig. Nur noch 27 124 Gäste sind laut Information des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr in Zweibrücken angelandet - wobei die klassischen Tagestouristen, die es beispielsweise in den Rosengarten, ins Landgestüt oder in die Style Outlets zieht, nicht in die Betrachtung eingeflossen sind. Und die Zahl der Übernachtungen ging im selben Zeitraum um 18,8 Prozent auf 46 375 zurück. Zum einen sind dies ernüchternde Zahlen, zum anderen aber müssen diese doch auch Hintergründe haben, denn die Bilanz drückt sich im hohen zweistelligen Bereich aus. Ähnlich wie die Zahlen, die sich hinsichtlich ausländischer Besucher darstellen: Da verzeichnet Zweibrücken bei den angekommenen Gästen ein Minus von 16,3 Prozent (auf jetzt 5482), die Übernachtungen unserer ausländischen Gäste gingen um 14,3 Prozent auf 9947 zurück. Reichlich Raum für Interpretationen (siehe oben). Mehr noch aber auch ein Ansatz für eine fundierte Recherche. Wir werden sie in dieser Woche liefern! Michael Klein Chefredakteur