Mobbing im Internet

Zweibrücken. An allen Zweibrücker Schulen fügen sich Schüler gegenseitig psychische und körperliche Gewalt zu. Das ergab eine Fragebogenaktion des Jugendbeirats der Stadt, berichtete dessen Vorsitzender Tim-Kevin Kolf im Kriminalpräventionsrat

Zweibrücken. An allen Zweibrücker Schulen fügen sich Schüler gegenseitig psychische und körperliche Gewalt zu. Das ergab eine Fragebogenaktion des Jugendbeirats der Stadt, berichtete dessen Vorsitzender Tim-Kevin Kolf im Kriminalpräventionsrat.Während sich an der "Kleinkindergewalt mit Rumgeschubse auf dem Schulhof" offenbar über die Jahre hinweg wenig geändert habe, gebe es auch Klagen über "Schlägereien am Busbahnhof oder schwer einsehbaren Orten". Erheblich zugenommen habe das Mobbing per Internet, vor allem unter Gymnasiasten. Gemobbt würden Schüler wegen Kleidung, Aussehen, persönlicher Hygiene und Gerüchten, berichteten Kolf und die städtische Präventionsfachkraft Karin Bieg. Bieg sprach von regelrechten "Hassgruppen" in Internetforen. Das am Vormittag in der Schule Erlebte werde am Nachmittag im weltweiten Datennetz verarbeitet, ergänzte die Lehrerin Ingrid Kaiser. Bieg verdeutlichte den Unterschied zu früher: "Man schreibt heute nicht mehr Zettelchen, sondern stellt's ins Internet." Was den Druck auf die Mobbing-Opfer erhöht, weil es dann von jedermann weltweit lesbar ist.

Viele Schulen reagierten zwar mit Projekttagen und ähnlichen Aktionen auf Mobbing-Probleme, ergab die Umfrage laut Kolf. Allerdings wünschten sich viele Schüler: "Lehrer sollten mehr ein offenes Ohr für Mobbing haben." Der Jugendbeirats-Vorsitzende forderte deshalb "Klassenleiterstunden einmal pro Woche bis zur zehnten Klasse - und das darf nicht zu Fachunterricht missbraucht werden".

Oberbürgermeister Helmut Reichling sprach von "einer guten Initiative, wir werden auch im Schulamt darüber reden." Die Fragebogenaktion ging auf eine Initiative des Arbeitskreises Gewalt des Kriminalpräventionsrates zurück, berichtete die Vorsitzende Kaiser.

Jugenddezernent Rolf Franzen kündigte an, auch 2009 den Verkehrssicherheitstag direkt in allen Schulen durchzuführen. "Früher haben wir das an der Rennwiese gemacht, aber so erreichen wird die Schüler besser." "Psychische Gewalt hat sich vor allem an Gymnasien verstärkt."

Tim-Kevin Kolf,

Jugendbeirat