Mit Schwung durch die Taiga

In der restlos besetzten Zweibrücker Festhalle gab es gestern Abend einige Werke von Komponisten aus Russland und Österreich zu hören. Besonders viel Applaus erhielt der amerikanische Tenor Arthur Shen beim Wolgalied aus der Operette „Der Zarewitsch“.

Mit Wiener Charme und Russlands Seele bezauberte gestern Abend die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in der Zweibrücker Festhalle ihr Publikum. Das Neujahrskonzert der Musiker war einmal mehr restlos ausverkauft. Die Besucher konnten sich über ein abwechslungsreiches Repertoire mit Werken von Johann und Josef Strauß, Peter Tschaikowsky oder Dmitri Schostakowitsch freuen. Los ging es mit der Ouvertüre aus "Ruslan und Ludmilla" von Michail Iwan Glinka. "Sie verkörpert wie kaum ein anderes Stück die russische Seele", erklärte Dirigent Andreas Fellner, der nicht nur mit dem Taktstock durch den Abend führte. Es folgte ein Duett der Solisten Izabela Matula (Sopran) und Arthur Shen (Tenor). Sie brachten das Liebeslied "Ein Windstoß war's" aus Franz Léhars Operette "Tatjana zu Gehör. Der meteorologischen Frage "Kosende Wellen - warum hat der Frühling nur einen Mai?" ging das Orchester in Léhars "Der Zarewitsch" auf den Grund. Weiter ging es mit dem "Aquarellen Walzer op. 258" von Josef Strauß und der "Polka Pawlovsk" die dessen Sohn Johann Strauß komponiert hat.

Tosenden Applaus erhielt der US-Amerikaner Shen, der Preisträger des Richard Gold Career Grant und der Licia Albenese Puccini Foundation ist, für Léhars Wolgalied (Der Zarewitsch). "Es steht ein Soldat am Wolgastrand, hält Wache für sein Vaterland - in dunkler Nacht allein und fern." Manch einer der Zuhörer im Saal summte die Melodie des weltbekannten Liedes mit. Aus der gleichen Operette brillierte die 34-jährige Sopranistin Matuala mit dem Walzerlied "Bin ein glückliches Menschenkind - das Leben ruft". Vor der Pause spielte die Philharmonie noch Tschaikowsky "Polonaise" aus "Eugen Onegin".

Beschwingt durch Schostakowitschs Vorspiel zum 3. Akt aus "Moskva Tscherjomuschki" und dem Duett "Wir gingen übers Feld" aus dieser musikalischen Komödie sorgten die Musiker mit zwei Polkas von Johann und Josef Strauß für Stimmung. Mit "Darf eine niedrige Magd es wagen" aus der lustigen Oper "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing und der "Festlichen Ouvertüre op. 96" von Schostakowitsch gab es nach gut zwei Stunden ein furioses Finale.

Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann nutzte die Begrüßung vor dem Konzert für eine kleine Ansprache und wünschte sich, dass die Rosenstadt 2015 "in ruhigeres Fahrwasser" kommt. Als die wichtigsten Projekte nannte er die "Soziale Stadt", die nun auch in den Außenbereichen noch mehr ausgebaut werden soll. Außerdem will er die Wohnattraktivität steigern: "Ganz oben müssen Arbeitsplätze und Wohlbefinden stehen."