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Mit Minirechnern gegen die Papierflut

Mit Minirechnern gegen die Papierflut

Die Stadtverwaltung Zweibrücken ist endgültig im digitalen Zeitalter angekommen: Seit der jüngsten Stadtratssitzung am 17. Februar sind die Informationen und Vorlagen für die Räte elektronisch abrufbar. Dafür hat die Verwaltung iPads angeschafft. Gespart wird dadurch aber nichts.

Je umfangreicher die Tagesordnung, desto größer der Aktenberg, durch den man sich wühlen muss. Die Zweibrücker Stadträte kennen das nur zu gut. Besser gesagt: Sie kannten das. Denn seit der jüngsten Sitzung am 17. Februar können sie die Rats- und Ausschussunterlagen nebst Vorlagen oder Bebauungsplänen auf eigens von der Verwaltung angeschafften iPads abrufen. 35 der 40 Räte machen davon Gebrauch, fünf setzen laut Stadtsprecher Heinz Braun weiter auf Papier. Hier spare man zwar einige Kosten, nicht dagegen beim Porto. Denn ausgeliefert habe die Unterlagen bisher ein Bote, weil die Zustellung garantiert sein muss. Doch dem gegenüber stehen auch die Ausgaben für die neue Technik: 40 iPads für je 400 Euro habe man angeschafft, Kostenpunkt also: 16 000 Euro. Mit weiteren 6000 Euro schlugen das Benutzerprogramm "Session" und die App "Mandatus" zu Buche, die für die Nutzung des Programms auf iPads laut Braun nötig ist. Mandatus sei eine App, die für besondere Sicherheit zertifiziert sei, die in Sachen vertraulicher und nicht-öffentlicher Sitzungsunterlagen nötig ist. Da gehe es auch um Verträge mit Privatunternehmen oder Bewerbernamen bei Stellenausschreibungen.

Wartungs- oder Serverkosten entstünden nicht, die EDV-Abteilung des Rathauses betreue das Programm. Extra infolge dieser Umstellung wurden im Ratssaal und dem kleinen Ratssaal auch W-Lan-Netze eingerichtet, über die man drahtlos aufs Internet zugreifen kann, schildert Braun. Dort sei auch Wert auf einen nicht-knackbaren Passwortschutz gelegt worden, damit niemand Unbefugtes sich in das System hacken kann.

Im Vorfeld der Sitzung vom 17. Februar seien die Räte in kleinen Gruppen im Umgang mit den iPads geschult worden: Wie ruft man die Daten ab, wie verändert man Passwörter, wie archiviert man Infos. Die Vorlaufzeit für die Umstellung habe ein halbes bis dreiviertel Jahr betragen, so Braun, der erklärt dass die den Räten zur Verfügung gestellten Geräte "nicht unbedingt geeignet sind, um damit persönliche Sachen zu machen." Auf dem iPad sei nur die ans Ratsinformationssystem angedockte App installiert. Extraregelungen für die private Nutzung des Geräts wie sie Firmen oft erlassen, gebe es nicht, so Braun. Flexibler sei die Verwaltung durch die Geräte, weil etwa kurzfristig geänderte Unterlagen mit einem Klick verfügbar seien - ohne, dass ein Bote sich sputen muss.

Ein öffentliches Lob für die Umstellung gab's gleich bei der Premiere: FWG-Fraktionschef Kurt Dettweiler lobte ausdrücklich Jörg Eschmann und Alessa Buchmann vom Hauptamt für ihre "hervorragende Arbeit bei der Einführung der iPads".