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Mit der Luca-App mehr Freiheiten in Zweibrücken in Corona-Zeiten

App wird schrittweise in Zweibrücken eingeführt : Mit Luca mehr Freiheiten in Corona-Zeiten

Zweibrücken führt schrittweise App zur Kontaktnachverfolgung ein. Diese soll den Coronaschutz stärken und Menschen und Betrieben in Zweibrücken mehr Möglichkeiten trotz Pandemie eröffnen.

Die Stadt Zweibrücken setzt im Kampf gegen Corona jetzt auch auf die Luca-App. Das kündigte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus an. Zweibrücken will Modellkommune des Landes werden, was schrittweise Lockerungen im Lockdown bedeutet. Und „Luca“, eine Kontaktnachverfolgungs-App, soll dabei helfen, diese Lockerungen zu verwirklichen.

Das Saarland kündigte am Freitagmittag ebenfalls an, Luca flächendeckend einsetzen zu wollen. Aber diese zeitgleiche Ankündigung der saarländischen Nachbarn und der Rosenstadt sei Zufall, sagte Wosnitza.

Grob skizziert läuft es mit der App folgendermaßen: Der Bürger lädt sich diese kostenlos in seinem jeweiligen Store herunter und registriert sich einmalig. Die App entwickelt daraufhin minütlich einen neuen QR-Code, der nur dem jeweiligen Handy zugeordnet werden kann.

Geht der Bürger mit seinem Handy nun zu einem Gastronomen oder Händler, der ebenfalls die Luca-App nutzt, kann er sich mit einem Scan dort registrieren lassen; verlässt er die Örtlichkeit, wird er automatisch ausgeloggt. Der Oberbürgermeister verspricht sich viel von der Nutzung der Luca-App. „Damit hat die Zettelwirtschaft für die Gastronomen ein Ende“, nannte er einen wichtigen Vorteil. Die Wirte in der Stadt hätten teilweise zigtausende Datenerfassungsbögen herumliegen, diese seien passé, wenn sie Luca nutzten.

Die Corona-Bekämpfungsstrategie der Rosenstadt ruhe auf zwei Füßen: „Testen, testen, testen – und eine konsequente Kontaktnachverfolgung.“ Luca garantiere diese Nachverfolgung. Und mit dem Testen komme man ebenfalls immer weiter voran.

Mittlerweile gebe es in der Stadt 15 Teststellen, aktuell seien eine am Outlet-Center und eine bei den Märkten in der Wilkstraße hinzugekommen.

Am Montag öffne zudem eine weitere Teststraße in den früheren Räumen der Gewobau am Schlossplatz (wir berichteten). Wosnitza: „Dann haben wir mit der Teststraße am Herzogplatz und der am Schlossplatz die beiden wichtigen Eingänge der Fußgängerzone belegt. Das ist sehr hilfreich für unser Bestreben, Modellkommune zu werden.“

Wann das Land sich entscheidet, wer alles Modellkommune werden darf, sei noch unklar. „Ich wage keine Prognose“, merkte der OB an.

Die Stadt hoffe sehr auf ein positives Zeichen. Bekäme Zweibrücken grünes Licht, würde das ähnliche Schritte ermöglichen wie in der Stadt Tübingen. Dort findet gerade ein bundesweit mit großem Interesse verfolgtes Projekt „Öffnen mit Sicherheit statt“, die Bürger genießen mehr Freiheiten, allerdings musste mittlerweile manches davon wegen steigender Inzidenzwerte wieder zurückgenommen werden, so schloss etwa die Außengastronomie (wir berichteten).

Wosnitza sagte, Zweibrücken setze auf Luca, ungeachtet dessen, ob die Stadt nun Modellkommune wird oder nicht. Die schrittweise Einführung sei nicht nur für Gastronomen, Händler, Friseure oder Podologen ein Vorteil. „Auch für die Betriebe ist das wichtig. Sie brauchen Planbarkeit. Sie fragen sich, ob sie Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen können. Dafür ist Stabilität erforderlich.“

Luca könne dabei helfen, diese Stabilität wieder Stück für Stück zurückzugewinnen. Wer sich von der App überfordert fühle, vielleicht weil er schon älter sei und mit dieser Technik nichts am Hut habe, könne sich auch weiterhin konventionell beim Händler oder Gastronomen im Eingangsbereich anmelden, indem er einen Zettel ausfüllt, dieser wird dann vom Ladeninhaber eingescannt. Luca ist also kein Muss.

Aber der OB hofft, dass viele mitmachen. Je größer die Schlagzahl, desto effektiver sei Luca. „Ab heute beginnt die Überzeugungsarbeit“, kündigte Wosnitza an, dass das Rathaus bei Wirten, Händlern und Betrieben dafür trommeln werde.

Zweibrücken ist am Freitag derweil wieder in die Corona-Alarmstufe rot gerutscht.