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Mit dem "Lappen" zurück in die Vergangenheit

Mit dem "Lappen" zurück in die Vergangenheit

Zweibrücken. Der Führerschein von Carl Benz aus dem Jahr 1888 mag ein historisch bemerkenswertes Schriftstück sein; immerhin ist er 21 Jahre älter als der erste deutschlandweit gültige Führerschein, dessen 100. Geburtstag am vergangenen Samstag begangen wurde. Für die neue Merkur-Führerschein-Serie wäre er dennoch denkbar ungeeignet

Zweibrücken. Der Führerschein von Carl Benz aus dem Jahr 1888 mag ein historisch bemerkenswertes Schriftstück sein; immerhin ist er 21 Jahre älter als der erste deutschlandweit gültige Führerschein, dessen 100. Geburtstag am vergangenen Samstag begangen wurde. Für die neue Merkur-Führerschein-Serie wäre er dennoch denkbar ungeeignet. Denn das handschriftliche Dokument, nur gültig für Mannheim und Umgebung, kam noch komplett ohne Fotografie aus. Es bescheinigte dem Autopionier auch keine geprüften Kenntnisse in den Bereichen sicheres Fahren und Verkehrsregeln. Es enthielt nur die behördliche Erlaubnis, mit den experimentellen Gefährten durch Mannheim zu kurven. Auch Benz' Nachfolger mussten sich über Vorfahrtsregeln und ähnliches keine Gedanken machen. Denn in den ersten Jahren und Jahrzehnten waren die wenigen in Deutschland herumfahrenden Kraftfahrzeuge noch derart kompliziert zu beherrschen, dass die Auseinandersetzung mit der Technik an erster Stelle stand. Aber immerhin: Mit der Reichs-Straßenverkehrsordnung vom 3. Mai 1909 wurde das Lichtbild unabdingbarer Bestandteil des Führerscheins. Und ist seitdem altersloser Begleiter des auf dem Lebensweg entlang fahrenden Automobilisten. Mochte das Haupthaar gelichtet, der Blick getrübt oder der Hals nach Origami-Art vielfach gefaltet sein, beim Blick in den Führerschein kam für ein paar Augenblicke die Jugend zurück. Oder zumindest die Erinnerung an dieselbe. jamWenn Sie Ihr altes Führerscheinbild und die Erinnerungen, die Sie damit verbinden, mit den Merkur-Lesern teilen wollen, kommen Sie am besten einfach in der Redaktion vorbei. Sie finden uns in der Hauptstraße 66 in Zweibrücken, Telefon (0 63 32) 80 00 50.