Mit Bücherkisten Deutsch lernen

Trubel, Gewusel und Durcheinander am Freitagnachmittag in den Räumen der Jugendbücherei in der Hofenfelsstraße. Die Kinder, Abordnungen der Zweibrücker Spiel- und Lernstuben, schauten sich in der riesigen Auswahl an Büchern, Hörbüchern und Spielesammlungen ausgiebig um. Bis Roswitha Christian, die Leiterin der Stadtbücherei, und ihre Kollegin Anne Detzler den Startschuss für den eigentlichen Besuchsgrund gaben. Zu verteilen waren sechs Kunststoffkisten.

Diese Kisten hat die Stadtbücherei im Rahmen der Hilfe für Flüchtlinge angeschafft. Sie sollen die Kinder aus geflüchteten Familien beim Spracherwerb unterstützen. Vom Landesbibliothekenzentrum Rheinland-Pfalz gab es für diese Maßnahme 8000 Euro Zuschuss. Die Stadtbücherei hat noch einmal selbst 1000 Euro dazugegeben.

"Wir haben uns im Vorhinein lange Gedanken gemacht, was überhaupt in eine Kiste reinkommen soll und wo der Bedarf zum Spracherwerb und der Sprachförderung von geflüchteten Kindern liegt. Und da die Spiel- und Lernstuben diese Medienkisten all ihren Kindern anbieten, sollten auch alle von der Förderung profitieren", erklärte Roswitha Christian zum Hintergrund. Die Kisten werden jetzt in der täglichen Arbeit bei den sechs städtischen Einrichtungen zum Einsatz kommen. Im Ringverfahren sollen sie zudem untereinander ausgeliehen werden.

Insgesamt 25 Titel umfasst jede Kiste. Neben erzählenden Büchern für Grundschulkinder sind interaktive Bücher und Spiele darunter vertreten, die mit einem elektronischen Stift zu bearbeiten sind. Damit können sich die Kinder Wörter und Inhalte vorlesen lassen, dabei immer wieder pausieren und zurückspulen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Jedes Kind kann dadurch in seinem eigenen Tempo, sowie nach seinem persönlichen Sprachfortschritt lernen, was dem Spracherwerb zugutekommt.

Einige Titel, beispielsweise ein Bilderlexikon, sind in allen Kisten enthalten. Grundsätzlich unterscheiden sich die Inhalte jedoch bewusst voneinander.