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Minsterpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besucht Bahnhof in Zweibrücken

Malu Dreyer in Zweibrücken : Kaffee und etwas Süßes – und die Ministerpräsidentin

Malu Dreyer inspiziert Bahnhof in Zweibrücken und blickt erwartungsfroh auf S-Bahn-Reaktivierung. VRN-Chef wünscht Busverbindung nach Bitsch.

Malu Dreyer liebt es, mit dem Zug zu reisen. Grund sind ihre Kindheitserinnerungen an lange Fahrten mit dem Zug nach Italien, wie sie im Ratssaal des Rathauses in Zweibrücken erklärt. Dort hat die Minsterpräsidentin zu einer kleinen Fragestunde eingeladen.

Grund des Besuchs von Dreyer (SPD) in der Rosenstadt ist das Thema S-Bahn-Reaktivierung (und sicher auch die anstehende Landtagswahl). Bevor sie sich im Rathaus Bürgerfragen stellt, hat sie den Bahnhof inspiziert. Und dort reichlich Lob verteilt für das DRK, das dort als Inklusionsbetrieb den Kiosk „Bummelzug“ sowie die Postfiliale, die Mobilitätszentrale des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) und einen kleinen Reisebedarfsladen betreibt.

Tatsächlich ist der Bahnhof Schritt für Schritt zu neuem Leben erwacht. Wenn auch das wichtigste noch aussteht – die Reaktivierung der S-Bahn.

Das Thema brennt so manchem Bürger unter den Nägeln, das wird an den Fragen, die vor dem Besuch der Ministerpräsidentin eingereicht werden konnten, deutlich.

„Wann wird es soweit sein?“, fragt ein Bürger bezüglich des Startes der S-Bahn. Dreyer sagt, anvisiert sei das Jahr 2025 (wir berichteten).

„Gibt es noch Probleme?“, lautet ein andere Frage. Da hat die Ministerpräsidentin gute Nachrichten in petto. Vergangenen Freitag habe die Deutsche Bahn nach intensiver Prüfung bekanntgegeben: Die Wirtschaftlichkeit des Projekts stehe fest, die Kosten würden sich im Rahmen des bislang Prognostizierten (veranschlagt sind knapp 38 Millionen Euro) bewegen.

„Wie läuft die Abstimmung mit dem Saarland?“, lautet eine weitere Frage. Auch hier Entwarnung. „Wir haben eine sehr gute Kooperation mit dem Saarland – nachdem der erste Knoten durchschlagen war“, antwortet Dreyer.

Natürlich menschelt es auch bei den Fragen. Und so will ein Bürger wissen: „Was darf für Sie bei einer Bahnfahrt nicht fehlen?“ Dreyer antwortet spontan: „Kaffee!“ Und schiebt nach: „Und etwas Süßes.“

„Was sind Ihre ersten Erinnerungen an eine Bahnfahrt?“, lautet eine weitere Frage an die Ministerpräsidentin. Dreyer muss nicht lange überlegen: Eine Fahrt mit der Familie nach Apulien. Zur italienischen Tante. Eine lange Zugfahrt. Und eine sehr schöne. Seitdem liebe sie das Bahnfahren, betont sie. Diese Art der Fortbewegung, das langsame Zurücklassen alter Landschaften und das Eintauchen in neue – das sei viel schöner als fliegen.

Doch zurück zum nüchternen Alltag: Das Projekt S-Bahn gehe einen weiteren entscheidenden Schritt voran: Das Planfeststellungsverfahren, in dem etwa Anwohner oder Verbände Stellung beziehen können, läuft jetzt an, erklärt VRN-Repräsentant Werner Schreiner.

Die S-Bahn werde Zweibrücken an die große, weite Zugwelt anschließen – zu moderaten Preisen. So könne man künftig von Zweibrücken nach Würzburg fahren zum Preis von 11,50 Euro. Fünf Personen zahlten hierfür 39 Euro.

Schreiner sagt, der VRN wolle gemeinsam mit der Region Grand Est in Frankreich grenzüberschreitenden Bahnverkehr organisieren. Künftig soll etwa von Zweibrücken ein Bus nach Bitsch fahren, zur Zitadelle und in die Stadt, so der Plan.

Das werde den Tourismusstandort Zweibrücken sicher weiter stärken, freut sich da Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD).