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„Michel von Lönneberga“ in der Festhalle Zweibrücken

Lausbubengeschichten : Immer dieser Michel

Das „Theater auf Tour“ begeistert mit seiner Aufführung „Michel von Lönneberga“ in der ausverkauften Festhalle.

„Gleich geht es los!“ Aufgeregt rutschten die Kinder auf ihren Sitzerhöhungen oder Stühlen herum, als in der voll besetzten Zweibrücker Festhalle das Licht ausging und die Vorhänge sich schlossen. Vor allem die Kleinen im Kindergarten- und Grundschulalter wollten die vielen bekannten Lausbubengeschichten des Michel von Lönneberga live erleben.

„Er hat mehr Unfug im Kopf, als irgendein anderer Junge in ganz Lönnerberga oder ganz Smaland oder ganz Schweden oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt“, hieß es zu Beginn. Dabei ist Michel ( Marc Christopher Theis) ein ganz normaler Junge mit vielen Ideen, dem Dinge einfach passieren. So wie mit der Suppenschüssel, die auf seinem Kopf feststeckt, als sie überstülpt, um die letzten Tropfen Rindfleischsuppe daraus zu holen. Nachdem er sich beim Doktor (Georg Raisch) selbst befreite, obwohl ihn nicht einmal Knecht Alfred (Georg Raisch) retten konnte, spart er seinem Vater (Ulrick Göke) sogar eine ganze Krone. Nur dumm, dass Michel seiner Schwester Klein-Ida (Oda Bergkemper) mit der vom Vater geklebten Suppenschüssel noch einmal zeigen muss, wie er seinen Kopf dort hinein steckt. Diesmal half wirklich nur Mutter Almas (Sabine Neudeck) Schürhaken. Großes Gelächter quittiert die Missgeschicke auf der Bühne mit der liebevoll gestalteten, wandelbaren Kulisse.

„Immer dieser Michel!“ hieß es immer wieder, wenn Michels Einfallsreichtum bei den Erwachsenen auf wenig Gegenliebe stieß und der Vater ihn nach einem Streich wieder einmal in den Schuppen sperrte. Das „Theater auf Tour“ aus Darmstadt hielt sich an die Vorlage der gleichnamigen Geschichten der schwedischen Bestseller-Autorin Astrid Lindgren, sodass pfiffige Kinder genau wussten, wie es weiter geht. So auch, dass Michel über ein Brett in die angrenzende Speisekammer klettert, wo die Würste für das große Fest aufbewahrt werden. Hier lag er und schlief seinen „Wurstrausch“ aus, bis ihn Magd Lina Lara Gesell) fand. Große Freude, nachdem die Eltern und Klein-Ida bitterlich weinten und Angst hatten „Unser Michel ist weg. Was ist denn jetzt?“ Mit einer Verfolgungsjagd vor der Bühne und dem Jahrmarktlied zum Mitklatschen wurden auch die Kinder in das Geschehen mit einbezogen. Im zweiten Teil offenbarten sich vor allem Michels gute Seiten, seine Hilfsbereitschaft und sein Mut. So kann er wunderbar mit Tieren umgehen, etwa mit der neu gekauften Kuh, wunderbar inszeniert von Sabine Neudeck und Felix Gütermann. Außerdem gelang es ihm, auf dem Jahrmarkt den Dieb dingfest zu machen, damit der Polizist ihn überführen konnte. „Michel, Du bist ein Held“, strahlte seine Schwester Klein-Ida bewundernd.

Höhepunkt für viele Kinder war nach dem großen Applaus das abschließende Fotoshooting mit Michel und Klein-Ida im Foyer der Festhalle. Der sechsjährigen Esra Yapi hat „alles gut gefallen“. Auf die Frage „Was besser, Michels Streiche oder seine Hilfe, als er zum Held wurde?“ kam inbrünstig: „Wenn er Quatsch gemacht hat!“.