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Metzgerei Burgard aus Bechhofen beklagt teure Fleischbeschau

Metzgerei Burgard : Unternehmer beklagt Hürden durch Politik

Die Metzgerei Burgard sieht sich hohen Kostensteigerungen ausgesetzt. Die Gebühren für die Fleischbeschau wurden kräftig erhöht. Der Seniorchef klagte bereits dagegen. Erfolglos. Er hofft auf ein Einsehen der Politik.

Ein Unternehmer hat es nicht einfach. Er trägt oft große Personalverantwortung, muss sich um viele Dinge kümmern, hat zumeist ein hohes wirtschaftliches Risiko. Von daher ist die Hoffnung stets da, dass die Politik vernünftige Rahmenbedingungen bietet, in denen sich der Unternehmer entfalten kann. Zu seinem eigenen Wohl natürlich – aber auch zu dem seiner Mitarbeiter. Und des Staates, der mit seinen vielen Steuern beherzt zugreift, wenn es läuft.

Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht anders aus, klagt Valentin Burgard II. Er ist Seniorchef des Familienbetriebs Burgard. Sieben Metzgereien zählen dazu (auch in Zweibrücken); das Stammhaus steht in Bechhofen. Dazu kommen ein Verkaufsmobil und ein Imbiss plus drei Wurstautomaten (siehe Info).

„Wir haben 60 Mitarbeiter“, sagt der Seniorchef stolz. Der übrigens gemäß Familientradition Valentin Burgard II. heißt, weil schon sein Vater ein Valentin war (Valentin I.), während sein Sohn Valentin III. jetzt das Ruder in der Hand hat.

Der Seniorchef klagt im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur vor allem über eine Hürde, die die Politik aufgestellt hat: eine neue Gebührenordnung für die Fleischbeschau. Die habe zu drastischen Preissteigerungen geführt. „Bislang habe ich pro Schwein zehn Euro gezahlt. Ab dem 31. Schwein gab es 30 Prozent Rabatt.“ Rund 20 Jahre lang sei dies so gelaufen. Vor rund fünf Jahren dann der Preissprung: Statt zehn Euro zahlt Burgard jetzt 17,55 Euro pro Schwein. „Eine Steigerung von gut 70 Prozent“, sagt der Unternehmer. Ab dem 31. Schwein gebe es jetzt nur noch zehn Prozent Rabatt. Burgard sagt, pro Monat mache das für den Familienbetrieb ein Plus von rund 3500 Euro. Eine enorme Belastung.

Die ganz großen Fleischbetriebe in der Republik hätten umgerechnet vielleicht Kosten von 50 Cent pro Schwein zu tragen. Die Menge mache es hier. Aber ein Familienbetrieb komme an seine Grenzen.

Burgard sagt, er habe bereits im Mai 2016 Klage eingereicht. Zuständig sei die Kreisverwaltung Südwestpfalz. Die Klage wurde abgewiesen. Die Mittelrheinische Treuhand GmbH, die im Auftrag der Kreisverwaltung die Gebührenordnung erstellte, habe alles korrekt gemacht.

Der Seniorchef hofft nun auf Kulanz. Es gelte schließlich: „Wo ein Wille ist, da ist ein Weg.“ Der Unternehmer wünscht sich eine Staffelung der Preise, die nicht ganz so heftig ins Kontor schlägt. Ob sein Wunsch erfüllt werden wird? Burgard weiß es nicht. Er verweist aber auf einen Metzgerbetrieb in Bad Bergzabern in ähnlicher Größe. Die dortige Verwaltung habe Sonderpreise eingeräumt, um den Unternehmern entgegenzukommen. Auf einen solchen Schritt hofft auch Burgard.