Serie Zweibrücker Krippenweg : Adventliches Familienprojekt

In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur einige der Krippen vor, die in der Adventszeit in Zweibrücker Schaufenstern zu sehen sind. Heute: Georg Dhoms Krippenlandschaft.

Eine ganze Landschaft hat Georg Dhom mit seiner Krippe im Erdgeschoss der Hallplatzgalerie gezaubert. In diesem Jahr verzichtet er auf die Krippe in den eigenen vier Wänden und kommt die traditionelle Familienkrippe in der Öffentlichkeit besuchen. Mitte der 1960er Jahren erstanden seine Eltern, Georg und Dorothee Dohm, die Kernkrippe mit Maria, Josef und dem Jesuskind bei einem Kunsthändler in München. „Damals lebten wir noch in der Nähe von Würzburg, mein Vater stammte ja aus Bayern“, erinnert sich der Zweibrücker an die Anfänge zu seiner Kinderzeit. In der relativ kleinen Wohnung und bei drei Kindern war zunächst wenig Raum für eine ausgedehnte Landschaftskrippe. Doch nach und nach kamen aus dem Münchner Geschäft immer mehr Figuren hinzu. Zunächst die Schafe und Hirten, das Zubehör für das Lager mit Brunnen und Feuer, der Oberhirte, der an Gandalf erinnern mag (wenngleich mit kurzem Haar).

Auffallend ist die andächtige, ehrerbietige Haltung der Figuren, besonders des Hirten, der vor dem Kind kniet. „Die Figuren entstammen der Münchner Schule und sind beeinflusst von Ommerammergauer Holzschnitzereien“, weiß Georg Dohm. Im elterlichen Haus in Homburg war die Krippe in jedem Jahr ein wenig anders aufgebaut und ausstaffiert. Wie eine Modelleisenbahn auf einer Spanplatte auf dem Tisch, entstand mit den knorzigen Borkenelementen aus Kork eine steinige Gebirgslandschaft.

Im Wald suchte die Familie gemeinsam nach Fundstücken, um die Krippe damit zusätzlich aufzuwerten. Lange Jahre diente der Wurzel-Krebs eines Ahornbaums als Krippengebäude und der Oberhirte bewohnte den jetzigen Stall. Das Moos wird durch eine passende grüne Tischdecke ersetzt. Der Verkündigungs-Engel war damals in Begleitung eines Rauschgoldengels, der jetzt die Christbaumspitze bei Georg Dohms Schwester Elisabeth ziert. Prachtvoll gekleidet sind auch die drei Weisen aus dem Morgenland mit Gewändern aus Samt und Brokatstoff. Als letzte Figur erwarben die Eltern Dohm das stattliche Kamel. Wie zu Hause werden auch in der Hallplatzgalerie die Heiligen Drei Könige zwischen Weihnachten und dem 6. Januar auf ihrem Weg zum Kind regelmäßig ein Stückchen weiter nach vorne rücken.

Familienkrippe, ausgestellt von Georg Dohm im ehemaligen Capito, Erdgeschoss der Hallplatzgalerie