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Hauptausschuss: Mehr Veranstaltungen in der Zweibrücker Festhalle

Hauptausschuss : Mehr Veranstaltungen in der Zweibrücker Festhalle

Der Jahresverlust in Höhe von 677 000 Euro liegt unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

„Wir haben vor Jahren lange über die Festhalle diskutiert. Uns allen war klar, dass uns die Festhalle Geld kosten wird“, sagte Kurt Dettweiler (FWG) bei der Beratung über den Jahresabschluss 2018 der Einrichtung im städtischen Hauptausschuss. „Das war damals eine bewusste Entscheidung des Stadtrats, die Festhalle zu erhalten“, fügte Bürgermeister Christian Gauf (CDU) hinzu.

Nach weiteren Nachfragen und Anmerkungen stimmte der Hauptausschuss bei einer Enthaltung von Patrick Lang (FWG) dem Jahresabschluss und der Entlastung zu. Lang hatte unter anderem eine Nachfrage zu der im Geschäftsbericht erwähnten Provision für die Akquisitionstätigkeit des Pächters. „Wenn ich nicht alles weiß, kann ich nicht zustimmen.“ Die Auskunft wurde Lang im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung erteilt.

2018 erwirtschaftete die Festhalle ein Defizit von rund 677 000 Euro. Das sind 139 000 Euro mehr als im Jahr 2017. Doch 2017 bekam die Festhalle Geld vom Finanzamt zurück erstattet. In den Jahren davor bewegte sich das Defizit um 750 000 Euro. Davon sind 434 000 Euro Abschreibungen. Die Betriebskosten belaufen sich durchschnittlich auf rund 300 000 Euro. Damit bewegen sich in Höhe der Kosten, die die Stadt vor Übernahme der Festhalle im Jahr 2006 als Betriebskostenzuschuss an die VT Zweibrücken zahlte.

Auf die Frage von Ingrid Kaiser (FDP), wo die Festhalle im Vergleich liege, sagte Ralf-Peter Ludwig von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BRV, dass die Einrichtung im unteren Bereich anzusiedeln sei. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Festhalle höher Umsatzerlöse und mehr Mieteinnahmen. Beides sei auf die größere Zahl von Veranstaltung zurückzuführen, meinte Ludwig. So fanden im vergangenen Jahr 101 Veranstaltungen statt. Im Jahr davor waren es 88. Und für dieses Jahr sind nach dem Geschäftsbericht bereits 92 geplant, 36 davon städtisch.

Kaiser wollte weiter wissen, welche Veranstaltungen für den Anstieg verantwortlich seine. Das müsse im Detail geprüft werden, sagte Stadtwerke-Prokurist Leo Palm. „Die Zahlen bewegen sich auf dem Niveau der Vorjahre“, sagte Norbert Pohlmann (Grüne) zum Defizit. „Da können wir wenig machen.“ 2017 sei wegen der Zahlungen des Finanzamts „ein Ausreißer“ gewesen. Walter Rimbrecht (SPD) merkte an, dass die Abschreibungen den größten Teil des Defizits ausmachten. Nach Angaben des Wirtschaftsprüfers fielen die noch 24 Jahren an.

Harald Benoit (AfD) fragte, wie viele Veranstaltungen in der Festhalle stattfinden müssten, um ins Plus zu kommen. Nach der von Dormann überschlagenen Berechnung müsste sich die Veranstaltungszahl versiebenfachen. Im Zusammenhang mit der Provision für den Pächter schien Lang das Betriebsführungs-Entgelt für die Stadtwerke, der die Stadt 2006 die Betriebsführung der Festhalle übertragen hatte, „schon hoch“. Stadtkämmerer Julian Dormann erklärte, dass die Stadtwerke nicht nur die kaufmännische, sondern die technische Betriebsführung wie Instandhaltungen oder Hausmeistertätigkeit ausführe.