Mehr Passagiere, weniger Fracht

Zweibrücken. Am deftigsten fiel das Minus bei den Frachtzahlen aus. Anstatt 176 624 Kilogramm wie 2008, transportieren Maschinen 2009 vom Zweibrücker Flughafen aus nur noch 85 634 Kilogramm. Ein Minus von 51,5 Prozent. Dazu sanken die Flugbewegungen, also Starts und Landungen von 25 459 auf 20 846, das sind 18,1 Prozent

Zweibrücken. Am deftigsten fiel das Minus bei den Frachtzahlen aus. Anstatt 176 624 Kilogramm wie 2008, transportieren Maschinen 2009 vom Zweibrücker Flughafen aus nur noch 85 634 Kilogramm. Ein Minus von 51,5 Prozent. Dazu sanken die Flugbewegungen, also Starts und Landungen von 25 459 auf 20 846, das sind 18,1 Prozent. Laut Flughafensprecher Franz-Rudolph Ubach ist der Rückgang im Wesentlichen auf weniger Schul- und Flugschulen und Trainingsflüge zurückzuführen. Das wiederum habe mit den Bauarbeiten auf dem Gelände zu tun.Die gleiche Erklärung führt Ubach für den Absturz bei den Frachtzahlen an. Wegen der Bauarbeiten an der Start- und Landebahn (wir berichteten) hätten von April bis Dezember keine Nachtflüge abgefertigt werden können. Außerdem, so Ubach, spiegele sich im Einbruch der Frachtzahlen die allgemeine wirtschaftliche Situation im Maschinen- und Anlagenbau und der Automobilindustrie wider. Hier sei ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen gewesen. Da die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden scheint, ist man am Flughafen vorsichtig. Ubach: "Ich denke, dass die Zeit für Luftsprünge zu früh ist."

Seit Sommer 2009 werden laut Ubach für knapp 18 Millionen Euro beispielsweise die Landebahn saniert, ein Nebellandesystem aufgebaut, die Drainage erneuert und an der Mittellinienbefeuerung gearbeitet. Wie lange die Bauarbeiten noch dauern, konnte Ubach auf Merkur-Anfrage nicht genau sagen. Der Flughafensprecher: "Die wichtigsten Arbeiten sind durchgeführt, noch einige Fein- und Erdarbeiten stehen aus." Die Witterung mit tiefen Temperaturen habe die Bautrupps zuletzt ausgebremst.

Nicht nur ein "Sicherheitsplus", wie es Ubach ausdrückt, sollen die baulichen Veränderungen am Airport bringen. Durch sie will man die Attraktivität erhöhen, neue Fluglinien anlocken. "Wir sind wie immer in Gesprächen mit Airlines, ohne dass ein Ergebnis greifbar wäre", sagte Ubach und hofft auf baldige Erfolge. Zwar verbuchte der Airport bei der Passagierzahl einen neuen Rekord: 3,4 Prozent beträgt der Zuwachs im Jahr 2009, 338 219 Fluggäste wurden gegenüber 327 012 in 2008 abgefertigt. Doch Ubach gesteht ein, dass dieses Plus auf das inzwischen beendete Engagement von Ryanair bis Ende September wesentlich zurückzuführen ist. Mitte November hatte Flughafen-Geschäftsführer Michael Keller noch mit einem Plus von acht bis zehn Prozent für 2009 gerechnet (wir berichteten).