Mauerbauer und Tanzmuffel

Was soll eigentlich in der heutigen Zeit das Tanzverbot am Karfreitag? Diese Frage taucht regelmäßig um die Osterzeit auf, und auch wir haben das Thema in dieser Woche aufgegriffen. Ergebnis: Von den Befragten hielt es niemand für notwendig. Ich hätte spontan ähnlich geantwortet. Wenn ich nicht im gleichen Text gelesen hätte, dass das Tanzverbot praktisch niemand kontrolliert. Die Stadt wird nur tätig, wenn ihn jemand mit der Nase draufstößt (Wer hat da gerade "Wie immer!" gerufen?). Macht aber offenbar in Zweibrücken keiner; was wiederum ziemlich tolerant ist von den Mitbürgern, die Wert auf ihre Feiertagsruhe legen. Insgesamt eine geschmeidige Lösung: Wir sagen Ja zum Verbot, ignorieren aber Verstöße - wenn sie diskret sind.

Nach gleichem Muster wird auch im Baurecht verfahren. Kein Bauamt dieses Landes hat genug Mitarbeiter, um sie auf der Suche nach Schwarzbauten durch die Straßen und Gassen zu schicken. Diesem Umstand verdanken viele Zäune, Mauern, Schuppen und Anbauten ihre Existenz. Blöd nur, wenn man, wie in Rimschweiler geschehen, nicht diskret genug schwarz baut und die Stadt jetzt womöglich auch bei den Nachbarn ganz genau hingucken muss. Solche faulen Eier sollte niemand in seinem Osternest finden müssen.