1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Mario Moschel versteigert Werke zu Gunsten von Thomas Brunner

Die Künstler der „Stadtgalerie.2“ : „Ein Bild kann ein ganzes Leben zeigen“

Fotograf Mario Moschel versteigert am Freitag seine Werke zu Gunsten eines kranken Kollegen.

Eine ganz persönliche Art von Kunst zeigt im Rahmen der zweiten StadtGalerie auch der Fotograf Mario Moschel. Er ist der Grund, weshalb die Betrachter in das ein oder andere bekannte Gesicht blicken, denn es sind Porträts vieler Zweibrücker, die er im Schaufenster des ehemaligen O2-Ladens in der Fußgängerzone ausstellt.

Fünfzehn Aufnahmen können hier betrachtet werden, dabei zeigt die Auswahl nur einen Teil der ganzen Aktion, hinter der heute viel mehr steckt, als Menschen auf Bildern festzuhalten. Angefangen hat alles vor eineinhalb Jahren, als Mario Moschel eine Werbeaktion für sein neues Fotostudio in Zweibrücken starten wollte. 100 Porträts bekannter Zweibrücker aus Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur, Gastronomie und Vereinen sollten es werden, um auf das hinzuweisen, auf das sich der Fotograf spezialisiert hat: Porträts, die den Mensch so zeigen sollen, wie sie sind.

Kurz darauf erfuhr er, dass sein Freund und Kollege Thomas Brunner, der als freier Journalist arbeitet, an Krebs erkrankt ist. Kurzerhand widmete er diesem die Aktion, fotografierte in den vergangenen eineinhalb Jahren 100 Menschen, die sich bereit erklärten, an der Aktion teilzunehmen, stets mit dem Ziel, am Ende, die Porträts zu versteigern und den Erlös, der sich abzüglich der Materialkosten ergibt, Thomas Brunner zu spenden, der in seinen Beruf nicht mehr komplett zurückkehren kann.

Von 100 Menschen sagten 98 zu und ließen sich von Mario Moschel fotografieren. „Die Bereitschaft und auch die Unterstützung war wirklich groß“, freut sich Moschel heute. Anfangs besuchte der Fotograf die Menschen noch zuhause, am Arbeitsplatz oder wo es passte. Doch nach kurzer Zeit musste er feststellen, dass das zu viel Aufwand ist. Da er zu dem Zeitpunkt das heutige Studio in der Himmelsbergstraße noch nicht hatte, erklärte sich das Musikhaus Müller bereit, im ersten Stock die Aufnahmen zu machen. Und so entstand ein großer Teil der Aufnahmen im fünfzehn Minuten Takt zwischen Musikinstrumenten.

Doch egal, wo sie aufgenommen wurden, wer sich die Bilder betrachtet darf feststellen, dass darauf nicht nur ein Moment festgehalten wurde, sondern sie auf beeindruckende Weise den jeweiligen Menschen wiederspiegeln. „Das Ziel war von Anfang an, die Seele der Leute zu fotografieren“, erklärt Mario Moschel. Und das ist auch dank der Wahl für Schwarz-Weiß-Aufnahmen gelungen, welche die Personen ohne Ablenkung und konzentriert auf das Wesentliche zeigen. Eine Kunst, bei der es auf das Fotografenhandwerk, aber auch auf Zwischenmenschliches ankommt. „Ein Bild kann ein ganzes Leben zeigen, es ist ein magischer Moment“, findet Mario Moschel.

Ein Bild kann in diesem Fall aber auch ein ganzes Leben unterstützen. Und darum geht es nun an den zweiten wichtigen Teil der Aktion: die Versteigerung der Aufnahmen in Din A3 auf Hartschaumplatten. Ersteigert werden darf durch die Fotografierten selbst, genauso wie durch jede andere Person, die Interesse an den Aufnahmen hat.

Die Versteigerung findet am Freitag, 24. September, um 18 Uhr im Zweibrücker Bahnhof (im linken Teil, in dem früher der große Kiosk war) mit Bewirtung durch das DRK und Livemusik durch das Christof Heringer Trio statt.