Marinekameradschaft Teddy Suhren Seemannsweihnacht zieht alle in den Bann

Zweibrücken · Mit ihrem Weihnachts-Shanty-Konzert in der voll besetzten Alexanderskirche begeisterte die Marinekameradschaft Teddy Suhren in diesem Jahr Alt wie Jung: Die alten Seebären musizierten gemeinsam mit dem Unterstufenchor des Hofenfelsgymnasiums von tiefgründig-bewegend bis schwungvoll-heiter.

 Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ feierte gemeinsam mit dem Unterstufenchor des Hofenfelsgymnasiums die traditionelle Seemannsweihnacht in der Zweibrücker Alexanderskirche.

Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ feierte gemeinsam mit dem Unterstufenchor des Hofenfelsgymnasiums die traditionelle Seemannsweihnacht in der Zweibrücker Alexanderskirche.

Foto: Cordula von Waldow

Eine solche Seemannsweihnacht haben weder der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Teddy Suhren Zweibrücken noch sein Publikum bislang erlebt. „Die Idee dazu hatten wir schon lange“, war aus Chorkreisen im Anschluss zu hören. Denn jetzt hatten die Seebären im fortgeschrittenen Alter diese realisiert und sich mit jungen Menschen zusammengetan, konkret mit dem Unterstufenchor des Hofenfelsgymnasiums. Alt und Jung musizierten abwechselnd und auch gemeinsam, beflügelten sich spürbar gegenseitig und zogen ihr Publikum in der voll besetzten Alexanderskirche komplett in ihren Bann.

Vergessen war der Weihnachtsmarkt vor der Tür, denn die vielen Hundert Besucherinnen und Besucher hatten nur Augen und Ohren für den Marinechor sowie die Schülerinnen und Schüler.

Die 18 Seemänner unter Leitung von Christa Weber am Akkordeon begannen das Konzert mit ihrem wogenden und auf Anhieb zum Schunkeln einladenden Weihnachtsgruß „Wir grüßen Euch da draußen“ an alle Kameraden, die einmal mehr auf dem Meer oder in fernen Landen Weihnachten feiern müssen. Mit dem Rod Stewart-Titel „I‘m sailing“ (Solo: Johann Neuer) ließen sie ihr Publikum die Sehnsucht nach der Freiheit in Wind und Wogen auf dem Meer spüren. Dann stachen sie mit „Heilige Nacht im Hafen“ in See.

„Weihnachten auf See“ wurde dann mit Kurs auf Südamerika gefeiert, erläuterte Johann Klein, der mit seiner ebenso unterhaltsamen wie informativen Moderation das Seemannsleben und diese für die Seeleute und ihre Familien oft besonders sehnsuchtsvolle Zeit verständlich machte. Denn trotz der flotten, schmissigen südamerikanischen Rhythmen unter Palmen stand auch hier, wie in den meisten Seemanns-Weihnachtsliedern, das Heimweh, die Sehnsucht nach den Liebsten und die Hoffnung auf ein Weihnachtsfest zu Hause im Mittelpunkt. Eine Lösung bot der Klassiker „Weihnachten bin ich zu Haus, wenn auch nur im Traum“.

Dann übernahmen die Kinder unter Leitung von Norbert Barbie die mit einem blau schimmernden Lichtsegel im Hintergrund und der großen Schiffsglocke an der Seite passend dekorierten Altarraum-Bühne. Mit drei Trommlerinnen wandelten sie das bekannte Weihnachtslied kurzer Hand in „Little Drummer Girl“. Nach der pfiffigen Weihnachtsbäckerei, bei der sich einige der jungen Sänger mit Schürzen, Kochlöffeln und Kochmützen flugs in kleine Bäcker verwandelten, wurde es tiefgründig. „Wozu sind Kriege da?“, fragten die Unterstufenschüler nicht nur sich selbst, sondern vor allem die für Kriegsentscheidungen zuständigen Politiker in dieser unwirklichen Zeit.

Welche Auswirkung der Beruf „Seemann“ auf die gesamte Familie hat, verdeutlichte das gemeinsame Lied von Kindern und Marinekameraden: „Papa, warum bist Du Seemann? Ich vermisse Dich doch so sehr?“, fragt darin erst der Sohn, bis der Vater Jahre später dieselbe Frage an seinen Sohn zurückgibt. Wer ein Taschentuch zur Hand hatte, war bei diesem wunderbar gesungenen, ergreifenden Dialog gut bedient.

Mit beliebten Liedern wie „St. Niklas war ein Seemann“ oder „Noch drei Meilen bis Weihnacht“ (Solo: Johann Neuer) freute sich dann in dem fröhlichen Lied „Im Winter, ja, im Winter“ (Solo: Peter Zäh) die gesamte Besetzung auf das Wiedersehen mit der Heimat. In „Weihnacht, Weihnacht“ brachte der alte Dampfer sie nach der musikalischen Rundreise über den großen Teich sicher in den Heimathafen zurück.

Fröhlich wünschten zum Abschluss beide Chöre zusammen „We wish you a merry christmas“, bevor alle gemeinsam „O du fröhliche sangen“. Die Kombination von Jung und Alt kam beim Publikum richtig gut an, ganz gleich ob Eltern oder langjährige Marinechor-Fans. Man darf gespannt sein, was sich der dadurch sichtlich belebte Chor zukünftig einfallen lässt.

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