Marinekameradschaft Teddy Suhren : Shantys für einen guten Zweck

Die Marinekameradschaft Teddy Suhren leitete die Spenden aus ihrem Adventskonzert an die Zweibrücker Tafel, die Gemeinde Heilig-Kreuz und die DGzRS weiter.

Die Seemannsweihnacht der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ hat in Zweibrücken Tradition. „Ich würde mir die Heilig-Kreuz-Kirche immer so voll wünschen“, erinnerte Pfarrer Wolfgang Emanuel an das gut besuchte Konzert am ersten Advent. Die katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz gehörte zu den drei sozialen Einrichtungen, die sich diesmal über die Spende freuen dürfen. Insgesamt 1200 Euro übergaben die beiden Vorsitzenden, Hans Dörrschuck und Johann Klein, gemeinsam mit Schatzmeisterin Lilo Klein am vergangenen Freitagmorgen symbolisch.

Jedes Jahr spendet die Marinekameradschaft für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die 100 Euro erhielt. „Das ist eine bundesweite Organisation“, erklärte Hans Dörrschuck, weshalb die größeren Beträge in lokale Einrichtungen fließen. Den größten Batzen erhielt die Pfarrgemeinde, nämlich 800 Euro. „Wir kaufen von dem Geld Einkaufsgutscheine für den Cap-Markt“, berichtet Pfarrer Emanuel, selbst Mitglied bei „Teddy Suhren“. Mehrmals in der Woche klopften Bedürftige unterschiedlicher Nationalitäten aus Zweibrücken oder auf der Durchreise an die Tür des Pfarrhauses, weil sie Hunger litten. „Mir blutet besonders das Herz bei alten Frauen, die sich schämen aufs Amt zu gehen und für die letzte Woche vom Monat nicht mehr wissen, wovon sie leben sollen.“ Gerade in der vergangenen Woche sei eine rumänische Familie durch Zweibrücken gezogen, die ebenfalls einen Gutschein erhalten habe. „Wenn die Menschen am Freitag vor mir stehen, kann ich nicht sagen: Wartet bis zur Tafel nächsten Donnerstag“, sagte der Pfarrer.

Die Gutscheine im Wert von zehn, 15 oder 20 Euro lassen sich nur in Lebensmittel, nicht jedoch in Alkohol oder Tabakwaren umsetzen. Außerdem werde auf diese Weise der Cap-Markt und die Einkaufsmöglichkeit in der City unterstützt. Er überprüfe die Bedürftigkeit nicht. „Da zählt nur der Mensch!“

Annette Peetz freute sich über 300 Euro für die Tafel. „Das Geld kommt aufs Konto für unsere verbilligte Miete und die Fahrzeuge, deren Sprit und Unterhaltung“, beschrieb sie.

Die Marinekameradschaft engagiert sich regelmäßig auch handgreiflich bei der Tafel. „Wenn Not am Mann ist, stehen wir auch mit zehn oder 20 Leuten da“, informierte Johann Klein.

Im kommenden Jahr feiert die Marinekameradschaft mit 94 Mitgliedern zwischen 13 und 92 Jahren, darunter auch Alt-OB Helmut Reichling, ihr 30-jähriges Jubiläum. Bereits in diesem Jahr besteht der Chor seit 25 Jahren. Aus einem lockeren Treffen ehemaliger Seefahrer entstand 1990 die Marinekameradschaft. Aus dem ebenfalls lockeren Shantysingen formierte sich ein Chor, in dem jetzt noch 25 Männer unter Leitung von Bernd Theisohn singen und musizieren. Neben öffentlichen Auftritten in Zweibrücken, etwa im Rosengarten, tritt der Shantychor auch in seinen Partnerstädten Boulogne-sur-Mer oder Sarrealb auf und zwar auf Deutsch. Sie hoffen, dass unter dem neuen Oberbürgermeister Marold Wosnitza auch die U-Boot-Patenschaft mit U53, die unter der Reichling-Ära entstand, neu belebt wird. Das passe gut zu der Stadt am Wasser.

Eine U-Boot-Patenschaft sei etwas ganz Besonderes, verdeutlichten die beiden Vorsitzenden: „Viele Städte reißen sich darum. Wir haben eine und dürfen daraus auch wieder etwas machen.“

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