Maria Rimbrecht : Die Krise auch als Chance begreifen

Die Zweibrückerin Maria Rimbrecht, Vorsitzende der Katholischen Frauen Deutschlands in der Pfarrei Heilig Kreuz, nutzt die plötzlich frei gewordene Zeit. Sie macht auch anderen Mut und schenkt Gedanken der Hoffnung.

„Eine Krise kann auch eine Chance sein!“ Davon ist Maria Rimbrecht, Vorsitzende der Katholischen Frauen Deutschlands (kfd) in der Pfarrei Heilig Kreuz in Zweibrücken, überzeugt. Zunächst einmal war die pensionierte Lehrerin geschockt, als ihr der „Ernst der Lage“ klar wurde, weil das Feiern von Gottesdiensten eingestellt wurde und Beerdigungen nur noch im engsten Familien- und Freundeskreis ohne die Feier eines Sterbeamtes stattfinden können, ohne kirchliche Trauerfeiern. Sie sagt: „Das hat es noch nie gegeben.“

Die Corona-Krise sei eine Herausforderung für alle und die Situation für manche Menschen nicht immer einfach. In ihrem neuen Informationsblatt für die Pfarrei bietet sie Hilfe an, etwa beim Einkaufen oder beim Besorgen von Medikamenten. Und sie schaut erfreut auf neue Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung, die gerade entstehen. Kluge Worte in Krisenzeiten wollen den Leserinnen in der Gemeinde Mut machen: „Die Verzweiflung schickt uns Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie uns, um neues Leben in uns zu erwecken. Dieser Satz stammt von Hermann Hesse.“

Sie staunt, wie gelassen und positiv die zahlreichen Senioren in der Gemeinde, denen sie einen „Telefonbesuch“ abstattet, gestimmt sind. „Das hat mich gestärkt und mir viel Freude bereitet“, stellt sie verwundert fest, denn eigentlich waren ihre Anrufe als Aufmunterung gedacht.

Ein Hoffnungsschimmer in der Zeit der Verunsicherung durch die verschiedensten Meldungen. Eine Herausforderung sei die Zeit für die drei Töchter und andere Mütter und Eltern. Mit liebevollen, handgemalten Briefen bereitet Maria Rimbrecht ihren kleinen Enkeln (und sich selbst) eine große Freude. Per Bildtelefon oder Skype können die Großeltern auch aus der Ferne unterstützen.

Und noch mehr Postitives kann die naturverbundene Mittsechzigerin der aktuellen Situation abgewinnen. „Ich fühle mich total entschleunigt, weil alle Termine ausgefallen sind.“ Sie genieße es, ohne Zeitdruck das machtvolle Frühlingserwachen bei der Gartenarbeit zu erleben und Dinge aufzuarbeiten, die schon lange darauf warten. Als Autorin zum Beispiel – auch für die Seniorenzeitung „Herbstzeit“, wo sie für den Teil „Zweibrücker Rosenblatt“ verantwortlich ist, nimmt sie sich entspannter Zeit zum Recherchieren und Schreiben.

Außerdem kommt sie dazu, an ihren Beiträgen für das Buch eines VHS-Arbeitskreises über Zwangsarbeiter in Zweibrücken zu arbeiten, das im Juni fertiggestellt sein soll. Mit großer Begeisterung gärtnert sie und pflanzt eigenes Gemüse an, während Ehemann Walter imkert. „Sonst ist meist einer von uns unterwegs. Jetzt reden wir viel und intensiv miteinander, oft auch kontrovers über Gesellschaftspolitisches, Kulturelles, über den Menschen im Allgemeinen.“

So stellt sich die vielseitig interessierte und engagierte Katholikin auch Lebensfragen und regt an zum Nachdenken darüber, „was wirklich wichtig ist im Leben“. Können wir in der Welt so „weiterwursteln“ wie bisher? In welcher Gesellschaft, in welcher Welt wollen wir eigentlich leben? Ist nicht vieles aus dem Ruder gelaufen, was wir jetzt, angestoßen durch die Krise, ändern könnten?

Außerdem schreibe sie gelegentlich Tagebuch, um sich Gedanken über Gott und die Welt und natürlich auch über sich selbst zu machen. Ihre bisherige Erkenntnis: „Nicht statisch zu sein, sondern zu lernen, mit der Welt zu gehen, ist etwas Wunderbares.“