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Marcel Adam im Zweibrücker Rosengarten

Musik im Rosengarten : Viel Stimme und viel Stimmung

Marcel Adam mit der Band La Fine Equipe und mit Sohn und Schwiegertochter live.

(fro) Wer kennt ihn nicht: Marcel Adam, den Chansonnier, Liedermacher, Autor, Komponisten und Interpreten? Schon oft war er in Zweibrücken und Umgebung, seine Konzerte sind stets sehr gut besucht, er bringt viele treue Fans mit, gute Laune mit Wortwitz, Einblicke ins Gemüt, Offenlegung von Vielfalt seltsamer Strukturen in Politik und knackige Zusammenhänge, die Liebe darf nicht fehlen mit allem Herz und Schmerz. Und stets aktuell sind kuriose Kabbeleien zwischen Franzosen, Saarländern und Pfälzern, die immer irgendwie aufeinander treffen und doch manchmal auseinander driften.

„Endlich“, sagt er, „sind wir wieder unter Publikum, dürfen wieder auftreten“. „Es Ist unser erstes Konzert nach der Corona-Katastrophe“, fügt Anisha, Gesangstalent und Ehefrau seines Sohnes Yann Loupe, hinzu. Dreisprachig nimmt das Konzert gleich Fahrt auf, Französisch, Deutsch und mundartlich. „Englisch kann ich nicht, aber Griechisch und Latein mit Abiturreife, die mich aber hier nicht weiter bringen“, so erzählt Marcel Bildungsstreiche aus seinem ereignisreichen Leben. Bald singt er von Hannes Wader: „Freunde, lasst es mich einmal sagen“, dessen Pointen wie fürs Heute gemacht scheinen; In schwerer Zeit ist nichts so wichtig wie Freunde und Freundschaft.

Und dann sein „Halleluja“, mit markigem Text von ihm unterlegt, und von allen Picknickern dazwischen gesungen diese herrliche Melodie, da geht’s in die Tiefe, die willkommen ist. Von Hoffnung auf dünnem Eis ist die Rede, und Gott macht wohl gerade mal Pause. Anisha singt Chansons, die unvergänglich sind, ganz authentisch, man glaubt ihr gern. Die Zuhörer, erlaubte 350 in Coronazeiten, lassen sich schnell enthusiasmieren, gehen Schritt für Schritt begeistert mit.

Und dann singt Marcel Adam noch von Aischa: Käfige sind Käfige, auch wenn sie aus Gold sind. Wie wahr! Das musste mal wieder gesagt werden. So gingen alle bereichert nach Hause. Kunst leichthin und Tiefsinn nebeneinander, das kommt an. Und das alles beim Picknick im blühenden Rosengarten bei sonnigstem Wetter.