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Mächtig „Dampf in den Händen“

Mächtig „Dampf in den Händen“

Die stärksten Handdrücker gibt es in der Justizvollzugsanstalt Zweibrücken (JVA). Das belegt eindeutig ein entsprechender Wettbewerb des gesetzlichen Krankenversicherungsträgers KKH.

Sollte jemand aus dem zehnköpfigen Handdrückerteam aus der JVA Zweibrücken die Hand zum Tagesgruß hinstrecken, ist Vorsitz geboten. Denn eines steht nunmehr schwarz auf weiß fest. Die Handdrücker unter dem vielsagenden Pseudonym "Spasthelruther Pratzen" verbergen hinter den "Pranken" Manneskraft pur. Wenn sie beim Händedruck richtig zupacken, dann könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass hier eine Hand zwischen zwei Schraubstockbacken gerät.

JVA-Beamter Jörg Vogelgesang, Teamchef des erfolgreichen Handdrückerteams der KKH 2015, wiegelt natürlich ab und versichert, dass es so schlimm selbstverständlich nicht sei. Allerdings, der Teamstärkste, Andreas Dressler, habe schon "Dampf in den Händen", sprich extreme Druckkraft. 80 Kilogramm mit der rechten und linken Hand drücken, das müsse man erst einmal fertigbringen, räumt Teamchef Vogelgesang ein und verweist darauf, dass auch die Ergebnisse der nachfolgenden Zweibrücker Wettbewerbsteilnehmer alles andere als von Pappe sind. Beim Messgerät beginne der Bereich für "Stark-Drücker" bei 55 Kilogramm und Stefan Rauhut ließ den Messzeiger auf 80 Kilogramm hochschnellen. Zufrieden konnte gleichfalls der drittstärkste Handdrücker aus dem Team sein. André Sieg brachte es noch immerhin auf 78 Kilogramm und führt das auf sein jahrelanges Tennisspiel zurück.

Seit 2008 organisiert die KKH als gesetzlicher Krankenversicherungsträger den Wettbewerb "Stärkstes Handkraftteam". Bundesweit haben insgesamt 359 Teams teilgenommen. Im Rahmen des ersten Gesundheitstages in der JVA Zweibrücken konnten dann vier Teams ihre Kraft regelrecht "sprudeln" lassen. Anja Rohr, Leiterin des Bildungszentrums in der JVA: "Dieser erste Gesundheitstag in unserer Anstalt für mehr als 300 Bedienstete war für sich schon ein voller Erfolg, und jetzt noch der Sieg beim Handdrücken der KKH, der Erfolg kann getrost als i-Tüpfelchen auf dem ganzen gesehen werden."

Anstaltsleiter Jürgen Buchholz äußerte sich gestern bei der Siegerehrung im großen Gemeinschaftsraum der Vollzugsanstalt gleichfalls anerkennend. Man müsse schließlich die Schwere des Dienstes sehen, den die mehr als 300 Bediensteten errichten müssten und stellte selbstredend fest: "Sie sind alle zusammen ein starkes Team, das haben wir doch eindrucksvoll bewiesen, oder?" KKH-Regionalleiter Stefan Stalter lobte insbesondere das Engagement der Anstaltsleitung in der Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter. Da müsse immer wieder der Arbeitgeber oder Dienstherr sensibilisiert werden. Der erste Gesundheitstag in der JVA bezeichnete Stalter als einen Schritt in die richtige Richtung.