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LVIM-Mitarbeiter klagen Teil ihrer Jahressonderzahlung ein

LVIM-Mitarbeiter klagen Teil ihrer Jahressonderzahlung ein

Den Angestellten des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz (LVIM) und der LVIM Service- und Dienstleistungsgesellschaft mbH (SDG) droht neues Ungemach: Das Unternehmen hat den zweiten Teil der Jahressonderzahlung nicht an seine Angestellten ausgeschüttet. Dies hätte im Juni passieren sollen, erklärt Sabine Schunck von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die SDG-Mitarbeiter erhielten nur einen Teil. Schunck vertritt aktuell über 140 von der Schließung betroffene Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken des Landesvereins. Für LVIM-Sprecherin Susanne Liebold ist der Fall klar: "Laut den für den LVIM bindenden Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Diakonie kann die zweite Hälfte der Jahressonderzahlung (Junizahlung) nicht ausgezahlt werden, wenn das betriebliche Ergebnis im Vorjahr negativ ist." Seine Bilanz für 2015 hat der Landesverein noch nicht vorgelegt. Laut Mitarbeitervertretung auch kein Testat eines vereidigten Wirtschaftsprüfers oder einer Treuhandstelle. Diese Aufgabe übernimmt beim LVIM das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG , das im Zusammenhang mit dem Verkauf des Flughafens Hahn zuletzt unter Beschuss geraten war.

Nach dem Urteil eines Kirchengerichts kann das Testat auch nachgereicht werden, nachdem die Sonderzahlung verweigert wurde. Ein ordentliches Gericht urteilte aber, dass ein Testat im Vorfeld vorliegen muss. Angesichts dieser unklaren Rechtslage klagen nun 103 Klinik- und SDG-Mitarbeiter auf Erhalt der Sonderzahlung. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Sabine Schunck hat am Freitag die Klagen von 24 SDG-Mitarbeitern ans Pirmasenser Amtsgericht weitergeleitet, die der Krankenhausangestellten sollen kommende Woche folgen. Pro Person gehe es um sehr unterschiedliche Summen. Die Sonderzahlung ermittelt sich aus den Durchschnittsgehältern der Monate Januar bis Oktober, wie Schunck erläutert. Manche klagten auf 1600, andere nur auf 300 Euro.