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Singspiel von Kindern : Lieder erzählen von Jesu Geburt

Singspiel von Kindern : Lieder erzählen von Jesu Geburt

Besucher der überfüllten Karlskirche ließen sich an Heiligabend mit einem Singspiel auf Weihnachten einstimmen.

Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet: Bis ins Foyer standen und saßen die Zuschauer oben in der Karlskirche, um die Aufführung zu verfolgen, in der Kinder und Jugendliche das Weihnachtsgeschehen und seine Auswirkungen auf die Weltgeschichte darstellen würden. Pfarrer Günter Sifft hatte das Singspiel mit den Kindern eingeübt. Die Eltern waren einbezogen, um Kostüme und Requisiten herzustellen. Punktgenau war alles beisammen. Das Singspiel konnte beginnen. Natürlich hatten die Kinder auch schon zu Hause alles immer wieder durchgesprochen und geübt.

Ein älterer Herr, „Opa Reinhard Ober“, schon 80 fitte Jahre alt, erzählt: „Ich wohne oben in unserm Haus, unten mein einziger Enkel mit den Eltern, der heute hier mitgespielt hat. Natürlich ist er viel bei mir oben, auch, um für das Stück zu üben. Ich kenne das Singspiel nun in- und auswendig. Es hat ja jetzt prima geklappt, ich bin froh, mein Kleiner wird es ebenfalls sein.“ Jetzt also kann im Hause Ober unbeschwert Weihnachten gefeiert werden, ein Weihnachten, das nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Felix und Florian besuchen beide das Helmholtz-Gymnasium, sie sitzen während der Aufführung aufmerksam auf der Empore. Sie sagen: „Uns hat es gut gefallen, an unserer Schule wird auch viel gesungen“.

Die Inszenierung war aber auch wirklich sehr gut gelungen, und zuschauergerecht dazu. Die Texte wurden auf eine große Leinwand projiziert, auch entsprechende Fotos aus der Historie nach Bedarf dazu. Ein hoher Turm diente als zweiter Spielort neben der Bühne eine Rolle, Musik live unterfütterte die Texte und gab die Melodien vor. Viele Kinder als Engel gekleidet bildeten den Chor, die drei Weisen aus dem Morgenland traten auf, ein römischer Kaiser, Luther, Wissenschaftler und andere mehr. Geschichte wurde lebendig. Mikrofone machten die Texte für alle verständlich. Pfarrer Günter Sifft bettete das Spiel in den Rahmen einer kleinen Andacht ein. Die Zuschauer ließen sich gefangen nehmen, verhielten sich mucksmäuschenstill. Erst am Ende dann lebendiger Beifall von allen Seiten.

Ein wohl acht Monate alter Junge krabbelte derweil vergnügt auf dem Parkettfußboden herum, erkundete die Welt in nächster Nähe, größere Entfernungen unterband der junge Vater durch Einfangen des Sprössling, der sich jedoch nimmermüde immer wieder auf den Weg machte. Ein wohl Dreijähriger war sichtlich beeindruckt, schlug einen großen Bogen um die Szene und warf sich in die Arme seine Mutter.

 Szenen aus dem Singspiel. Foto: Margarete Lehmann
Szenen aus dem Singspiel. Foto: Margarete Lehmann Foto: Margarete Lehmann

Dann war das Spiel zu Ende, aber selbstverständlich nicht ohne die „Stille Nacht“.