Liebe Palzfranzose!

Ihr wisst schon, wer gemeint ist, und auch, dass mir da kein Schreibfehler passiert ist. Ihr existiert schon eine kleine Ewigkeit in unserer Region, nur Euren Namen hat man erst 2001 erfunden. So lautet zugleich der Titelsong einer CD, der das unruhige Schicksal der Menschen an der Grenze zwischen der Pfalz und Lothringen besingt, der Palzfranzose eben

Ihr wisst schon, wer gemeint ist, und auch, dass mir da kein Schreibfehler passiert ist. Ihr existiert schon eine kleine Ewigkeit in unserer Region, nur Euren Namen hat man erst 2001 erfunden. So lautet zugleich der Titelsong einer CD, der das unruhige Schicksal der Menschen an der Grenze zwischen der Pfalz und Lothringen besingt, der Palzfranzose eben. Und das Besondere an dieser Musik: Die Texte sind in Pfälzer Mundart geschrieben.Ich habe mir das Lied über den unruhigen Grenzgänger aus gutem Grund mal wieder angehört. Die Unesco hat nämlich dieser Tage den pfälzischen Dialekt auf die Liste der bedrohten Regionalsprachen gesetzt, ebenso wie das Schottische, Baskische oder die Sprache der Sioux. Das hat mir zu denken gegeben.Nun, in meinem Archiv findet sich die rheinfränkische Mundart, wie sie korrekt heißt, in der hintersten Ecke: In den Wochenendbeilagen "Aus heimatlichen Gauen" der Nachkriegsjahre ist unser Dialekt noch geschrieben worden. Es hat jedoch auch heute seinen festen Platz in der Kultur, das Pfälzische: Als im Herbst die renovierte Festhalle eingeweiht wurde, da waren gleich mehrere Abende der Mundartbühne gewidmet; unter anderem erklang auch Eure Hymne, liebe Palzfranzose. Nein, sie darf nicht aussterben, unsere eigentliche Muttersprache. Dafür werden die Zweibrücker Band Blueshimmel und ihre Mitstreiter an der Mundartgrenze schon sorgen. Und die Lehrer sollten auch mitspielen: Losse die Kinner in de Grundschul ruisch Pälzer Platt schwätze, dess hat noch kemm geschaad unn geheert eenfach zu unsrer Heimat. Der Archivar