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Pfarrer in der Weihnachtszeit: Licht der Weihnacht als Hoffnung

Pfarrer in der Weihnachtszeit : Licht der Weihnacht als Hoffnung

Die Zweibrücker Geistlichen wollen an Heiligabend Zuversicht geben.

Selten sind die Kirchen so voll besetzt wie an Heiligabend. Schließlich gehört für viele Menschen der Besuch des Gottesdienstes zum festen Bestandteil von Weihnachten. Für die Pfarrer eine Gelegenheit, mit einer guten Predigt die Herzen von vielen Gläubigen zu erreichen. Bei dem evangelischen Dekan Peter Butz geht es diesmal um das Volk, das in der Finsternis wandelt und ein helles Licht sieht. Er nimmt damit Bezug auf die Schriften des Propheten Jesaja. Butz sieht eine Ähnlichkeit der heutigen zur damaligen Situation auf der Welt. „Recht und Gerechtigkeit werden weniger. Es gibt immer mehr Gewalt“, so der Protestant. Statt der Wahrheit gehe es um Diffamierung. Der Einzelne wolle sich nur noch durchsetzen. Die Staaten hätten ihre Einigkeit aufgegeben. „Der Ruf nach vermeintlich starken Männern nimmt zu“, beschreibt Butz seine Sicht. Die Länder würden sich wieder jeweils hinter ihre eigenen kleinen Grenzen zurückziehen. Gerade eine solche Entwicklung habe sich aber als untauglich erwiesen, erinnert Butz an die Welt vor dem Ersten Weltkrieg. Er nennt als negative Beispiele auch den Terror und wie damit umgegangen werde, sowie die Sozialen Netzwerke, wo die Sitten verkommen. Jesaja sieht aber ein neues Licht auf die Menschheit zukommen – einen Wunderrat, der ein Friedensreich mit Recht und Gerechtigkeit verspreche. Dies habe sich aber in 3000 Jahren nie zur Gänze erfüllt. „Dennoch haben die Menschen nicht aufgehört zu glauben“, macht der Seelsorger deutlich, dass dies zumindest Hoffnung für eine friedvolle und gerechte Welt vermittele.

 Pfarrer Wolfgang Emanuel.
Pfarrer Wolfgang Emanuel. Foto: Leh/Picasa
 Dekan  Peter Butz.
Dekan Peter Butz. Foto: Max Krumbach

Beim katholischen Pfarrer Wolfgang Emanuel steht Weihnachten selbst im Mittelpunkt seiner Predigt. Er berichtet, welche Wirkung das Fest auf Menschen im Gefängnis hat: „Die Gesichter werden finsterer und die Nächte noch dunkler.“ Emanuel erinnert aber auch an Erzählungen an frühere Weihnachtsfeste, bei denen Geschenke gefehlt und die Zeit unsicher gewesen sei. Trotzdem beschreiben ältere Menschen den Heiligabend als heimelig, berichten vom Zusammenrücken der Familien. Der Pfarrer denkt auch an die vom Schicksal gebeutelten, die mit einer schweren Lebenssituation fertig werden müssen. Für diejenigen, deren Partnerschaft zerbrochen oder die eine schlechte Diagnose gestellt bekommen haben scheint es so, als werde Gott für alle Mensch – nur nicht für sie. Deshalb soll Weihnachten ausfallen? Emanuel fordert stattdessen auf, Weihnachten erwachsen zu feiern. Das bedeute, das Dunkel des Lebens mit dem Licht der Weihnacht zu beleuchten suchen – so zaghaft die Flamme auch sein mag.