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Kolumne: Letzter Ausweg Videoüberwachung

Kolumne : Letzter Ausweg Videoüberwachung

Schon wieder Vandalismus am neuen Zweibrücker Wasserspielplatz: In der Nacht zum Mittwoch wurden zwei Hängematten gestohlen. Unser Redakteur Eric Kolling fordert in der Merkur-Wochenendkolumne Konsequenzen:

Was wiegt schwerer: das Recht auf Datenschutz oder die öffentliche Sicherheit? Diese alte Frage wird dieser Tage mit Blick auf die jüngsten Umtriebe am Wasserspielplatz am Zweibrücker Bleicherbach aktueller denn je.

Warum? Schon wieder haben Vandalen diese Woche zugeschlagen – diesmal zwei Hängematten abmontiert, die erst im Rahmen von „Stadt am Wasser“ vor wenigen Monaten errichtet worden waren. Schaden diesmal: 4000 Euro. Anfang Juli waren Hängemattendiebe auf dem Kinderspielplatz in der Wolfslochstraße aktiv, Schaden damals: 2000 Euro. Außerdem hatten Kleinkriminelle die Heizkörper aus dem neuen Toilettenhäuschen am Wasserspielplatz am Exe geklaut, was mit 1000 Euro zu Buche schlug. Heizkörper, mit denen sie laut UBZ nichts anfangen können.

Kosten, die die Allgemeinheit tragen muss. Dem UBZ reichts jetzt. War dessen Chef Werner Boßlet zuletzt der Resignation nahe – Tenor: Belohnungen bringen ja doch nichts – hat er jetzt rekordverdächtige 10 000 Euro für denjenigen ausgelobt, der Hinweise auf die Hängemattendiebe geben kann. Richtig so! Der Wasserspielplatz ist gelungen, wird gut angenommen. Dass Vandalen und Diebe jetzt fast im Wochenrhythmus dort zuschlagen, schadet nicht nur finanziell, sondern auch dem Image Zweibrückens. Stadt und Ordnungsbehörden dürfen dem Treiben nicht länger zuschauen. Verstärkte Streifen in dem Bereich wären angesagt. Eine nachträgliche Diebstahlsicherung bei allem, was nicht niet- und nagelfest ist. Und, um zur Ausgangsfrage zurückzukommen: Auch eine Videoüberwachung dieses bei Dieben und Vandalen offenbar so beliebten Prestigebereichs könnte aus gegebenem Anlass geprüft werden. Eine Idee, die zurecht nie Begeisterungsstürme entfacht. Aber eine, die in diesem konkreten Fall helfen kann, die Täter zu fassen und abzuschrecken. Und damit besser ist, als tatenlos zuzuschauen, wie die frisch-installierte Schmuckzone am Bach binnen kürzester Zeit ruiniert wird.