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Letzte Haushalte hatten Samstagfrüh wieder Strom

3000 Haushalte betroffen – Kettenreaktion nach Kabelbrand in der Trafostation Hofenfelsstraße : Größter Stromausfall seit vielen Jahren

Auch das Krankenhaus und das Awo-Seniorenhaus am Rosengarten waren von dem am Freitagmittag begonnenen Stromausfall betroffen, konnten aber auf Notstrom zurückgreifen. Die Stadtwerke beruhigten Bürger wegen Kühlschränken. Es dauerte bis Samstagfrüh, bis die letzten Haushalte wieder Strom hatten.

In weiten Teilen Zweibrückens ist am Freitagmittag für teils mehrere Stunden der Strom ausgefallen. So etwas habe es „seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gegeben“, sagte am Freitagnachmittag Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann.

Betroffen waren insbesondere Teile der Innenstadt, Niederauerbach und Oberauerbach. Zunächst habe das Nardini-Klinikum in der Kaiserstraße den Stromausfall gemeldet. Brennemann berichtete gegen 15.45 Uhr auf Merkur-Anfrage, in den meisten Gebieten (auch im Krankenhaus) hätten die Stadtwerke die Stromversorgung schon wieder herstellen können, fünf Trafostationen seien aber noch ausgefallen. Dies betreffe beispielsweise das Awo-Altenheim am Rosengarten und die Umgebung des Helmholtz-Gymnasiums. Man arbeite mit Hochdruck daran, die reguläre Stromversorgung wieder herzustellen. Sowohl das Nardini-Klinikum als auch das Seniorenhaus hätten aber eine Notstromversorgung. Die Ursache des Stromausfalls sei noch nicht genau lokalisiert, auch wenn man „den Fehler eingekreist“ habe.

Brennemann beruhigte die Bevölkerung: „Wegen Kühlschränken oder Gefriertruhen braucht man sich keine Sorgen zu machen, die Lebensmittel würden sogar 24 Stunden Stromausfall überstehen, wenn man die Türen zulässt.“

Die Bevölkerung wurde über die kostenlosen überregionalen Katastrophen-Warnapps Katwarn und Nina informiert.

Marold Wosnitza, Oberbürgermeister und seit Januar auch oberster Katastrophenschützer Zweibrückens, berichtete aber, auch viele Smartphones hätten infolge des Stromausfalls keine Verbindung mehr gehabt. Wer dringend telefonieren müsse oder anderweitig Hilfe brauche, könne in die Zweibrücker Feuerwache in der Landauer Straße kommen, sagte Wosnitza am Freitagnachmittag auf Merkur-Anfrage. Die übrigen Zweibrücker Feuerwachen (Mörsbach, Rimschweiler, Wattweiler) waren dagegen nicht besetzt, weil diese Vororte von dem Stromausfall nicht betroffen waren.

Wosnitza ging am Freitagnachmittag davon aus, dass es „noch einige Stunden dauern“ könne, bis überall in Zweibrücken der Strom wiederhergestellt ist. Nach ersten Erkenntnissen habe es zunächst einen Kabelschaden in einer Trafostation gegeben, dann in einer zweiten, und so sei eine Kettenreaktion ausgelöst worden.

In der aktuellen Warnmeldung der Integrierten Rettungsleitstelle Landau in der Warn-App Katwarn heißt es: „Durch einen Stromausfall in Teilen der Stadt Zweibrücken kommt es auch zum Ausfall der Telefonie in den Mobilfunk- und Festnetzen. Auch der Notruf kann hierdurch betroffen sein. Die Entstörung durch die Stadtwerke läuft bereits. Wenn Sie Hilfe benötigen, wählen Sie den Notruf 112 oder 110 oder suchen Sie die nächstgelegene Feuerwache oder Rettungswache auf. Diese sind durchgehend besetzt, so dass Hilfe jederzeit angefordert werden kann.“

Um 17.45 Uhr meldete dann die Feuerwehr auf ihrer Internetseite, dass der Stromausfall in Teilen Zweibrückens bis zum Morgen dauern wird: „Der Fehler in der Stromversorgung konnte mittlerweile gefunden werden. Es sind Tiefbauarbeiten notwendig um diesen zu beheben. Die Dauer bis zur Behebung des Stromausfalles wird auf circa zehn bis zwölf Stunden geschätzt. Es wird mit Hochdruck seitens der Stadtwerke an der Behebung des Problems gearbeitet.“

Gegen 18.45 Uhr gab es dann zunächst wieder eine bessere Nachricht. Oberbürgermeister Wosnitza informierte in einem Telefonat mit dem Merkur: „Die Stadtwerke kommen schneller voran als gedacht.“ Nach derzeitigem Stand gehe er davon aus, dass ungefähr gegen ein Uhr nachts die reguläre Stromversorgung überall wiederhergestellt ist. Auch die Ursache für den Stromausfall stehe mittlerweile fest – wie zuvor vermutet ein Kabelbrand, und zwar in der Trafostation an der Hofenfelsstraße. Aktuell gebe es Tiefbauarbeiten an der Ecke Lützelstraße/Kaiserstraße, um am letzten entscheidenden Punkt die Stromversorgung ganz Zweibrückens wiederherzustellen.

Es dauerte dann doch wieder ein bisschen länger: Samstagfrüh um 4.20 Uhr informierte die Feuerwehr dann in der Abschlussmeldung auf ihrer Internetseite: „Die Stadtwerke haben uns soeben informiert, dass die Wiederherstellungsmaßnahmen beendet sind. Der Strom sollte im gesamten Stadtgebiet wieder vorhanden sein.“