„Marseille 1940“ in Mörsbach Bestseller-Autor liest über Literaten-Flucht vor Hitler

Zweibrücken · Uwe Wittstock präsentiert am 19. April sein neues Buch „Marseille 1940“ in der Mörsbacher Kirche.

Einer der renommiertesten und erfolgreichsten Autoren fesselnd geschriebener deutscher Sachbücher: Uwe Wittstock.

Einer der renommiertesten und erfolgreichsten Autoren fesselnd geschriebener deutscher Sachbücher: Uwe Wittstock.

Foto: Christoph Mukherjee

Juni 1940: Hitlers Wehrmacht hat Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach Heinrich Mann und Franz Werfel, nach Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger und unzähligen anderen, die seit 1933 in Frankreich Asyl gefunden haben. Derweil kommt der Amerikaner Varian Fry nach Marseille, um so viele von ihnen wie möglich zu retten. Uwe Wittstock erzählt die aufwühlende Geschichte ihrer Flucht unter tödlichen Gefahren, schreibt der Verlag C. H. Beck über sein Ende Februar erschienenes Buch „Marseille 1940 – Die Große Flucht der Literatur“, das derzeit auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch steht.

Die Protestantische Kirchengemeinde Mörsbach hat zu dem Buch eine Autorenlesung mit Wittstock (er auch Fotos zeigen will) organisiert. Diese findet statt am Freitag, 19. April. Beginn ist um 19 Uhr in der der St. Dreifaltigkeitskirche des Zweibrücker Vororts, Im Hanfgarten 1.

Uwe Wittstock ist Schriftsteller und Journalist und war bis 2018 Redakteur des Focus. Zuvor hat er als Literaturredakteur für die FAZ, als Lektor bei S. Fischer und als stellvertretender Feuilletonchef und Kulturkorrespondent für die Welt gearbeitet. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus ausgezeichnet.

Über den Inhalt von „Marseille 1940“ schreibt der Verlag weiter: „Es ist das dramatischste Jahr der deutschen Literaturgeschichte. In Nizza lauscht Heinrich Mann bei Bombenalarm den Nachrichten von Radio London. Anna Seghers flieht mit ihren Kindern zu Fuß aus Paris. Lion Feuchtwanger sitzt in einem französischen Internierungslager gefangen, während die SS-Einheiten näherrücken. Sie alle geraten schließlich nach Marseille, um von dort einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier übergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er zur Flucht über die Pyrenäen aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und österreichischer Schriftsteller, Intellektueller, Künstler. Und hier riskieren Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten außer Landes zu schmuggeln. Szenisch dicht und feinfühlig erzählt Uwe Wittstock von unfassbarem Mut und größter Verzweiflung, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in düsterer Zeit.“

Uwe Wittstock: Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“.

Uwe Wittstock: Marseille 1940 – Die große Flucht der Literatur“.

Foto: C. H. Beck

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt Joseph Hanimann über „Marseille 1940“: „Immer ist man als Leser unmittelbar dabei, verfolgt das Hin und Her direkter Rede, wird Zeuge unwahrscheinlicher Szenen zwischen Existenzdrama, Gaunermilieu und Weltgeschichte.“ In der Rezension von Florian Illies in „Die Zeit“ heißt es: Im Grunde gibt es kaum ein historisches Thema, das für unsere Gegenwart so relevant sein könnte wie Marseille 1940 (...) Hier erfährt man en détail, wie Schweigen, Opportunismus und falsch verstandene Zurückhaltung eine brachiale Gewalt ermöglichen und wie schwer es ist, die Würde zu behalten, wenn die Willkür regiert.“

Anmeldung zu der Lesung in Mörsbach ist erbeten an: marion.schirmeister@agapleesion.de

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