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Leserbrief zum Bismarck-Denkmal in Zweibrücken

Leserbrief zum Bismarck-Denkmal in Zweibrücken : Leider gibt es heute keinen Bismarck

Zur Bismarck-Debatte

Warum eigentlich der Kommentar über das Bismarck-Denkmal in Zweibrücken, steht doch der ehemalige Reichskanzler und Reichsgründer zurzeit gar nicht zur Debatte. Wir könnten heilfroh sein, wenn wir einen Mann vom Format Bismarcks unter unseren heutigen Politikern hätten. Die vor der Reichsgründung existierenden deutschen Einzelstaaten waren von europäischen Großmächten umgeben, die weitaus kriegslüsterner und Kriege führender waren als Preußen/Deutschland. Ohne Bismarck wäre eine Okkupation deutscher Gebiete durch die ausländischen Gegner einer Einigung zu einem Deutschen Reich zu befürchten gewesen. Dem ist Bismarck lediglich durch seine Reichsgründung 1871 zuvorgekommen. Die Idee der Einheit zu einem Reich war von der Mehrheit der Deutschen, speziell von Demokraten und Liberalen, seit 1806 oder bereits seit 1789, der Französischen Revolution, herbeigesehnt worden. Das waren die Konservativen weitaus zurückhaltender, wollten sie doch Preußen als europäische Großmacht erhalten.

Bismarck für die beiden Weltkriege verantwortlich zu machen, ist absurd. Er hat nach 1871 das Deutsche Reich für „saturiert“ erklärt und ist seitdem als europäischer Friedensstifter in Erscheinung getreten. Wenn ich mir heute so die Friedensnobelpreis-Träger anschaue, wäre damals Bismarck erster Kandidat gewesen. Ich bin mir sicher, dass das Lebensbild Bismarcks nicht einfach zu erklären ist. Eine Verteufelung hat Bismarck aber nicht verdient.

Im Übrigen wäre gegen die Errichtung von Denkmälern „für Demokratie und Pressefreiheit“, „für einen Zweibrücker Erfinder“ oder „für einen pfalz-zweibrückischen Herzog“ nichts einzuwenden. Nur zu damit!