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Landtagskandidaten in Zweibrücken: Moritz Bächle, AfD

Serie Landtagskandidaten : Für bessere Bildung, gegen wiederkehrende Beiträge

In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur die Kandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 47 vor. Heute: Moritz Bächle, AfD.

Moritz Bächle tritt bei den Landtagswahlen im Wahlkreis Zweibrücken für die AfD an. In die AfD sei er eingetreten, weil er nach langer Zeit bei der Gewerkschaft festgestellt habe, dass diese nicht mehr das mache, wofür sie da sei. „Ich sage nur: Thema Leiharbeit. Jeder, der mal länger in der Industrie oder im Handwerk gearbeitet hat, weiß eigentlich, wie es den Kollegen geht, die in der Leiharbeit festhängen. Das ist eine Schweinerei.“ Auch halte er die Energiewende für notwendig, sei aber mit dem Weg dorthin nicht einverstanden. „Ich hätte zum Beispiel nicht die Kernkraft abgeschaltet ohne alternativen Plan.“

Das klassische AfD-Thema Zuwanderung sieht Bächle so: „Die Kernprobleme hätten vor Ort gelöst werden müssen, aber da hat Europa die letzten Jahrzehnte geschlafen. Man hätte dort aktive und echte Entwicklungshilfe betreiben und eine Industrie aufbauen müssen.“ Der AfD-Kandidat sagt, er sei ein Freund von Integration und plädiert für verpflichtende Deutschkurse. „Dass man klipp und klar sagt: Wenn ihr euch integrieren wollt, werdet ihr nicht darum herumkommen, Deutsch zu lernen.“

Ein lokales Thema ist für ihn die Abschaffung der wiederkehrenden Beiträge, die seien nicht mehr zeitgemäß. Außerdem müsse man die Rückstände in der Digitalisierung aufholen, von denen gerade die ländlichen Gebiete betroffen seien. Bächle denkt auch an die Gastronomie: „Da müssen wir gucken, wie wir die aus der Schieflage herausbekommen.“ Die staatlichen Maßnahmen der Coronahilfe reichten lange nicht aus. „Das ist zum Teil ein Hohn, das ist echt unfair.“

Wichtig sei auch das Thema Bildung für ihn: „Wenn ich überlege, wie das mal früher war. Da haben wir einfach ganz normal Schule gehabt! Dann wurde der Stundenausfall immer mehr und der Unterricht qualitativ immer schlechter.“ Bei den Studienpraktikanten, die er in seiner Firma betreut, erkenne er häufig große Mängel in Naturwissenschaften. „Nicht jeder kann Abitur machen, nicht jeder kann studieren“, meint er. Man solle vielmehr die Möglichkeit fördern, ein Handwerk zu lernen. Bächle plädiert in dem Zusammenhang auch für eine Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem.

Über seine Erfahrungen als AfD-Mitglied berichtet er: „Ich habe tatsächlich wenig negatives Feedback bekommen, höchstens von Mitgliedern anderer Parteien. Da hieß es schon mal: ‚Mit dir Nazi-Spinner reden wir nicht.‘“ Er selbst grenzt sich klar von Neonazis wie dem Nationalen Widerstand ab: „Da sage ich klipp und klar, die braucht kein Mensch.“ Er kenne auch niemanden in seiner Partei, der in dieses Spektrum passen würde.

Im Richtungsstreit der AfD zwischen konservativem und nationalen Flügel will Bächle keine Position einnehmen: „Ich höre mir grundsätzlich jede Meinung an.“ Diese Offenheit würde er sich auch von seinen politischen Konkurrenten wünschen: „Wichtig ist mir, dass man miteinander spricht. Vielleicht gehen ja manche auch mal auf mich zu. Dann können die ja feststellen, ob ich ein Spinner bin oder nicht.“