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Landgestüt Zweibrücken Equikinetic

Equikinetic : Fördern statt überfordern

Mit einfachen Mittel motiviert und schult Sabine Winter über Equikinetics Pferde und auch Longenführer. Das richtige Maß ist ein wichtiger Lerninhalt.

Sichtlich müde und nachdenklich stand Fario, Voltigierpferd der Voltigier- und Reitgemeinschaft VRG Südwestpfalz, kürzlich zwischen gelben und blauen Schaumstoffstangen. „Er hat viel Neues zu überdenken“, weiß Katrin Weinberger (RFV Zweibrücken). „Die Sattlerin“ im Landgestüt hat eine Reitbeteiligung an dem hochgewachsenen Schimmelwallach und den Kurs in Equikinetic mit Ausbilderin Sabine Winter aus Dietrichingen organisiert.

Aus Interesse schlossen sich Tanja Habibovic mit dem erfolgreichen Dressurwallach Samy de Luxe der VRG und Katrins Mutter Rosi Weinberger mit dem Haflinger Ancario vom CJD gleich an, neben zwei Amazonen vom Heckenaschbacherhof bei Contwig.

„Super interessant! … und anstrengend“, ist das Fazit der begeisterten Kursteilnehmerinnen. In einer ausführlichen Theorieeinheit vermittelte ihnen die Ausbilderin am Vormittag die Hintergründe dieser Technik. Abwechslung, neue Denkanstöße, vor allem aber gezielte Reize für den Muskelaufbau sind Ziele der Equikinetic. Im Wechsel gerade gerichtet zwischen den blauen und gelben Begrenzungen, gestellt und gebogen in den Zwischenräumen zur nächsten Gasse, fordert mit minimalem Aufwand das Pferd zu enormen Kopf- und Körperleistungen. „Die Pferde erkennen mit den mehrfarbigen Bodenstangen ein Ziel und arbeiten kooperativ und selbstständig mit, anders als beim oft eintönigen Longieren“, weiß Sabine Winter um die neue Raumerfahrung ihrer vierbeinigen Kursteilnehmer.

Für viele eine ganz neue Erfahrung, wie für Samy. „Der kannte das anfangs gar nicht. Als er es begriffen hat, hatte er sichtlich Spaß, war allerdings auch schnell am Ende seiner Konzentrationsfähigkeit“, beschreibt Tanja Habibovic. Darauf nimmt das Training, das in Kurzintervallen verläuft, Rücksicht. In einem mit weißer Begrenzung definierten Ruheraum durften die Pferde gezielt entspannen und das Gelernte in Ruhe verarbeiten. Auch das war für die Pferde eine andere Erfahrung.

Davor durften die Longenführerinnen am eigenen Leib erspüren, wie lange eine einzige Minute Training sein kann: Mit ausgebreiteten Armen und geneigtem Oberkörper durften sie die Stellung und Biegung des Pferdes nachahmen. „Es waren nur 20 Sekunden“, korrigierte Sabine Winter die Stöhnenden. „Da seht ihr, wie oft wir unsere Pferde mit dem Training überfordern, körperlich wie geistig“, fasste sie als wertvolle Erkenntnis zusammen. „Mit Euqikinetics und dem passenden Intervalltraining arbeiten wir weiter“, waren sich die Teilnehmerinnen einig, sowohl allein als auch mit der Trainerin.