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Landgericht Zweibrücken: Vierter Prozess gegen Drogen-Dealer-Bande

Zweibrücker Dealerbanden-Prozesse: Landgericht verhandelt weitere Anklage : Marihuana und Amphetamin „gebunkert“

Am Landgericht Zweibrücken ist der vierte parallel laufende Drogenbanden-Prozess gestartet.

Seit vergangener Woche gibt es einen Drogenbanden-Prozess mehr am Landgericht Zweibrücken. Am Mittwoch startete das Verfahren gegen zwei weitere Angeklagte – einen 36-Jährigen aus Hochspeyer und einen 26-jährigen Deutschen mit kirgisischen Wurzeln aus Kaiserslautern. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten bandenmäßigen Drogenhandel vor.

Das Verfahren gegen diese beiden Männer steht im Zusammenhang mit den drei seit April vor der Ersten Große Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken parallel laufenden Prozessen gegen neun Angeklagte, denen ebenfalls bandenmäßiger Handel mit Drogen in nicht geringer Menge zur Last gelegt wurde. Die Männer sollen sich laut Anklage Mitte 2018 zusammengeschlossen und bis November 2020 gewerbsmäßig als Mitglieder einer Bande in über 100 Fällen schwunghaft mit Betäubungsmitteln gehandelt und im Wert von mehreren Millionen Euro umgeschlagen haben. Dabei sollen sie zunächst Rauschgifte wie Marihuana, Amphetamin, Kokain und Haschisch bei Lieferanten im Rhein-Main-Gebiet oder übers Internet erworben und in Zweibrücken, in der Südwest- und in der Saarpfalz gewinnbringend weiterverkauft haben (wir berichteten).

Das neue Verfahren gegen die beiden 36- beziehungsweise 26-jährigen Männer steht laut Staatsanwältin Karin Ephan „in direktem Zusammenhang“ mit den anderen drei Prozessen gegen die elf Angeklagten. Demnach sitzen die beiden Männer seit 10. Februar in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat gegen sie Anklage erhoben und jeweils Verbindungsanträge zu den laufenden drei Drogenbanden-Prozessen gestellt.

Die beiden Männer sollen laut Staatsanwältin Ephan vor allem als sogenannte „Bunker-Halter“ aktiv gewesen sein und in dieser Eigenschaft in ihren Wohnungen Marihuana und Amphetamin „im zweistelligen Kilogramm-Bereich“ zwischengelagert haben – für Endabnehmer in Zweibrücken, Kaiserslautern, Enkenbach-Alsenborn, in der Südwestpfalz und der Saarpfalz. Die Drogen seien demnach auch in diesem Fall im Rhein-Main-Gebiet beschafft, quasi frei Haus geliefert und an die Endabnehmer weitergegeben worden.

Der 26-jährige Angeklagte soll zudem dabei geholfen haben, in einer angemieteten Scheune in Eßlingen im rheinland-pfälzischen Eifelkreis Bitburg-Prüm großflächig Marihuana anzubauen und die chemische Droge Amphetamin herzustellen. Die Angeklagten schwiegen zu den gegen sie erhobenen Vorwürfe.

Laut Landgericht Zweibrücken sollen am 23. November und 1. Dezember zwei Prozesse mit einem beziehungsweise mit zwei weiteren Angeklagten wegen des gleichen Tatvorwurfs beginnen. Dann wären es sechs Drogenbanden-Prozesse, die am Landgericht parallel laufen. Eine schwierige Aufgabe, die unter anderem durch drei neu geschaffene Richterstellen und die Einrichtung einer Hilfs- sowie einer Sechsten Strafkammer bewältigt werden soll (wir berichteten).

Die Verhandlungen am Landgericht werden fortgesetzt.