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Landgericht Zweibrücken verwirft Berufung von 30-jährigem Alkoholfahrer

30-jähriger Zweibrücker will Bewährung : Gericht verwirft Berufung: Es bleibt bei Gefängnishaft

Der 30-jährige Zweibrücker hatte sich sicher ein anderes Urteil gewünscht. Denn er war gegen den Schuldspruch des Amtsgerichts Zweibrücken in Berufung gegangen, das ihn Ende vergangenen Jahres zu zehn Monaten Haft wegen einer Trunkenheitsfahrt ohne Fahrerlaubnis und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt hatte.

Er war bei einer Polizeikontrolle in der Zweibrücker Innenstadt aufgefallen – mit einem Blutalkoholspiegel von über 1,1 Promille. Zudem waren bei ihm während einer Hausdurchsuchung vier Schlagringe gefunden worden. Nun wollte der 30-Jährige, der wegen anderer Taten bereits im Gefängnis sitzt und dort noch bis Mitte 2020 ausharren muss, wenigstens jene zehn Monate, die nach der erneuten Verurteilung noch obendrauf kommen, in eine Bewährungsstrafe  umwandeln lassen. Doch daraus wurde nichts. Die Vierte Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken hat am Dienstag seine Berufung verworfen.

In seiner Urteilsbegründung fand der Vorsitzende Richter Michael Schubert klare Worte. Zwar spreche für den Angeklagten, dass er die Alkoholfahrt ohne Fahrerlaubnis und den Schlagring-Besitz zugegeben habe, jedoch schlügen auf der anderen Seite seine zahlreichen und teils einschlägigen Vorstrafen sowie viele „Rohheitsdelikte“ negativ zu Buche, aus denen er „nichts gelernt“ habe. Drei Mal sei er seit 2003 zu mehrjährigen Jugend- beziehungsweise Haftstrafen verurteilt worden – davon zwei Mal, als er noch unter Bewährung stand. Eine erneute Bewährungsstrafe käme nur bei günstigen Aussichten infrage: „Und da sieht es reichlich finster aus“, sagte Schubert. „Hier kann dem Angeklagten beim besten Willen keine positive Prognose gestellt werden.“ Deshalb bliebe es bei dem Urteil des Amtsgerichts Zweibrücken.

Das Gericht folgte damit dem Antrag der Anklagebehörde. Staatsanwalt Christian Heinekamp hatte zuvor die „enorm hohe Rückfallgeschwindigkeit“ des 30-Jährigen ins Feld geführt, der Taten wie gemeinschaftlichen Raub, Körperverletzung und räuberische Erpressung auf dem Kerbholz hat – und immer mal wieder Fahren ohne Führerschein unter Alkoholeinfluss. „Er ist eine Bewährungsverweigerer wie er im Buche steht“, sagte der Staatsanwalt. Und immer, wenn Haft droht, schütze er vor, dass er einen Antrag auf eine Alkohol-Therapie gestellt habe, um ein milderes Urteil zu erreichen. So hatte es der 30-Jährige auch diesmal versucht. Erfolglos.

Das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig.