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Landgericht Zweibrücken: Prozess gegen Drogendealer nach Festnahme in Ramstein-Miesenbach

Drogendealer-Prozess in Zweibrücken : Gericht: Gutachter prüft Qualität der Ecstasy-Tabletten

Eigentlich sollte der Prozess gegen drei mutmaßliche Drogendealer, der bereits seit dem 11. September vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken läuft, am Donnerstag mit den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung in seine Endphase treten.

Doch daraus wurde nichts. Denn die Vorsitzende Richterin Susanne Thomas wollte, was den Tatvorwurf „Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ anbelangt, offenbar auf Nummer sicher gehen: Sie beauftragte einen Gutachter, der die Qualität der bei einer Durchsuchung in der Homburger Wohnung des 21-jährigen Angeklagten gefundenen Ecstasy-Tabletten prüfen soll. Denn nicht die Stückzahl der Party-Pillen, sondern deren Wirkstoffgehalt ist ausschlaggebend dafür, ob hier überhaupt von einer „nicht geringen Menge“ gesprochen werden kann.

Während der Hauptverhandlung hatte der 21-Jährige zugegeben, von dem außerdem angeklagten 23-Jährigen einmal 250 und ein anderes Mal 400 Pillen der Partydroge zum Weiterverkauf und für den Eigenbedarf erhalten zu haben.

Den drei 21, 23 und 25 Jahre alten Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, von September 2018 bis zu ihrer Festnahme während der versuchten Übergabe von zehn Kilogramm Amphe­tamin in Ramstein-Miesenbach am 15. April in wechselnder Besetzung in Zweibrücken und anderswo mit Haschisch, Ecstasy und Amphetamin gehandelt zu haben (wir berichteten). Bei der beschlagnahmten synthetischen Droge Amphetamin rechtfertigte der Wirkstoffgehalt den Tatvorwurf.

Am zehnten Verhandlungstag, am Montag, 11. November, 15 Uhr, will das Gericht den Gutachter und nun auch die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung hören.