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Landesimpfzentrum im früheren City-Outlet Zweibrücken in Betrieb

Landesimpfzentrum Zweibrücken seit heute (Donnerstag) offiziell in Betrieb : Impfzentrum bis nächsten Mittwoch ausgebucht

Entspannter Auftakt bei offizieller Inbetriebnahme. Der erste Geimpfte berichtete allerdings von langwieriger Anmeldung.

Nach dreiwöchiger Vorbereitung hat das Zweibrücker Landesimpfzentrum im ehemaligen City-Outlet am ZOB (Busbahnhof) am Donnerstag seinen Regelbetrieb aufgenommen. Impfberechtigt sind in der ersten Impfwelle über 80-Jährige und sonstige Risikogruppen, die über das landesweite Terminvergabesystem eingeteilt werden.

Als Erstes kam am Donnerstag um kurz nach halb neun der 83-jährige Gerhard Leonhard aus Niederauerbach an die Reihe. Seine Tochter begleitete ihn und erzählte davon, wie sie zwei Stunden lang an zwei Telefonen und einem Tablet versucht hatte, bei der Impf-Hotline durchzukommen. Jetzt waren Vater und Tochter froh, direkt an die Reihe zu kommen. Nach der Abklärung der Personalien wurde Leonhardt in eine der Impfkabinen geführt, wo ihm der ausgebildete Rettungssanitäter Marcus Spies half, den Oberarm freizumachen. „Lehnen Sie sich mal ganz entspannt nach hinten!“, lautete die Anweisung. Die Nadel angesetzt, Impfstoff injiziert, das ging alles sehr schnell. Gemerkt habe er nichts, sagte der Senior.

Bisher habe es keine ernstzunehmenden Nebenwirkungen der Impfung gegeben, meinte der Zweibrücker Impfkoordinator Matthias Freyler, der schon die Impfungen von Personal des Nardini-Klinikums und in den Altenheimen geleitet hatte. „Manche klagten über Schmerzen an der Einstichstelle, wie bei allen anderen Impfungen auch. Das ist nichts, was beunruhigend wäre.“

63 Impfungen schaffe man derzeit im Impfzentrum am Tag - es könnten viel mehr sein, wenn mehr Impfdosen bereitstünden. Derzeit sei man ausgebucht bis zum Mittwoch nächster Woche. Wie lange das Ganze noch gehe, sei nicht abzuschätzen, so Freyler. 16 Mitarbeiter umfasste das Team am Donnerstag, darunter medizinisches Fachpersonal, zwei Ärzte im Ruhestand, Sanitäter für den Notfall, medizinisch ausgebildete Soldaten und Security-Leute. Pro Viertelstunde schaffe man fünf Personen.

Der auch anwesende Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) meinte, er hoffe darauf, dass die Anzahl der Impfdosen hochgefahren werde: „Dann könnten wir schlagartig viel mehr machen.“ Er fand es aber auch gar nicht so schlecht, dass sich das System langsam einspielen kann.

Pro Tag könnten locker 250 Personen geimpft werden, meinte Freyler. Personal sei genug da, er hoffe, dass das so bleibt. Offiziell sei man bis 16 Uhr anwesend, die Impfungen würden aber wohl viel schneller fertig sein. Maria Büttner, die in Homburg lange als Kinderärztin praktizierte, übernahm mit einem Kollegen die ärztliche Aufklärung und Absicherung für den Notfall. Sie hatte sich freiwillig zum Dienst gemeldet. „Ich bin ja wegen Corona inaktiviert worden in der Praxis, in der ich noch ein bisschen arbeite.“