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Lärmschutzwand-Lücke wird 300 Meter lang

Lärmschutzwand-Lücke wird 300 Meter lang

Die genauen Pläne für die Lärmschutzwand an der Autobahn 8 in Zweibrücken liegen vor. Der technische Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, Bernd Hölzgen, brachte sie gestern in die Merkur -Redaktion mit. Demnach wird die Lücke in der drei bis fünf Meter hohen Wand etwa 300 Meter lang sein.

Eine durchgehende Lärmschutzwand an der Autobahn 8 in Zweibrücken wird es nicht geben. Das hat der technische Geschäftsführer des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, Bernd Hölzgen, gestern bekräftigt. Planungsleiter Bernd Hohmann versprach im Merkur-Redaktionsgespräch allerdings, dass die Lücke möglichst klein gehalten wird. "Wir werden die Überlappung weit ziehen", sagte Hohmann. Das heißt, dass die Wand etwas weiter geht als bis zum eigentlichen Grenzpunkt, der nördlichen Anschlussstelle Zweibrücken-Ernstweiler (siehe Grafik). Damit dürfte die Lücke letztlich etwa 300 Meter betragen, schätzt Hohmann.

LBM-Geschäftsführer Hölzgen erläuterte, warum eine durchgehende Lärmschutzwand nicht möglich ist. Zwei Kriterien spielen dabei eine Rolle: zum einen die Frage, ob die Maßnahme unter die Kategorie Lärmvorsorge oder Lärmsanierung fällt. Erstere Variante ist beim Neubau oder einer wesentlichen Änderung von Straßen vorgeschrieben, wenn in Wohngebieten Lärm-Durchschnittswerte von 59 (tagsüber) oder 49 Dezibel (nachts) überschritten werden. Diese Voraussetzung ist von der nördlichen Anschlussstelle Zweibrücken-Ernstweiler aus bis zur Anschlussstelle Zweibrücken gegeben. Somit muss die Lärmvorsorge laut Gesetz nachgeholt werden, was nun durch die neue Lärmschutzwand geschehen soll.

Zwischen der nördlichen Anschlussstelle Ernstweiler und der Landesgrenze zum Saarland ist laut LBM keine nachträgliche Lärmvorsorge geboten. Hier kann eine Lärmschutzwand nur auf Grundlage einer sogenannten Lärmsanierung gebaut werden. Das ist zum einen eine freiwillige Leistung und unterliegt zum anderen höheren Grenzwerten: in Wohngebieten 67 (tagsüber) oder 57 Dezibel (nachts), in Mischgebieten 69 beziehungsweise 59 Dezibel. Daraus ergibt sich, dass im Bereich des Globus-Baumarktes und von Möbel Martin, der als Mischgebiet klassifiziert ist, keine Lärmschutzwand gebaut werden darf. "Der Gesetzgeber hat nun einmal Berechnungsgrundlagen festgeschrieben", sagte Hohmann. Und der Bund achte sehr auf die genaue Einhaltung. Hölzgen betonte zudem, dass Durchschnittswerte und eben keine Lärmspitzen maßgeblich für die Berechnung sind.

Die Höhe der Lärmschutzwand wird teilweise drei, teilweise fünf Meter betragen. Wie sie letztlich genau aussehen wird, steht noch nicht genau fest. Hölzgen und Hohmann nennen die Funktionalität, die Optik und nicht zuletzt auch den Preis als maßgebliche Kriterien für die Gestaltung der Wand. "Wir werden das mit der Stadt abstimmen und auch Bürgerwünsche berücksichtigen", sagte Hölzgen. Baubeginn soll 2015 sein, zuvor muss das Abstimmungsverfahren abgeschlossen werden. Dabei geht es etwa um Wasserschutz, Naturschutz und Landschaftspflege. Fertig sein könnte die neue Wand noch im Laufe des Jahres 2015: "Ich denke, dass wir das innerhalb einer Saison schaffen", sagte Hölzgen.

Die derzeitigen Sanierungsarbeiten auf der Autobahn 8 sollen im Laufe des Kalenderjahres komplett abgeschlossen sein, kündigte Hölzgen an. Gestern war die Ausfahrt Zweibrücken-Mitte zudem wegen Grünschnitt-Arbeiten gesperrt. Dass die Sperrung nicht schon vor der Ausfahrt Ernstweiler angekündigt wurde, sei sicherlich nicht ganz glücklich gewesen, räumte Hölzgen ein. Hintergrund sei, dass bei Tagesbaustellen die Beschilderung nicht so detailliert im Voraus geplant werde wie bei längerfristigen Arbeiten.

www.lbm.rlp.de

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StichwortDer Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) plant, baut und unterhält die Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Rheinland-Pfalz. Er ist somit zuständig für 18 500 Kilometer Straßen und darüber hinaus für Fragen des Verkehrs zu Lande, zu Wasser und in der Luft. gda

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Zur PersonDiplom-Ingenieur Bernd Hölzgen ist seit 2005 technischer Geschäftsführer des Landesbetriebes Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz. 1980 begann er seine Laufbahn bei der Straßenverwaltung Rheinland-Pfalz - dem heutigen LBM. Von 1986 bis 1997 war Hölzgen als Referent im Verkehrsministerium tätig, danach kehrte er zum LBM zurück und war dort Abteilungsleiter der Planungsabteilung, Vizepräsident und von 2002 bis 2005 stellvertretender Geschäftsführer. Hölzgen ist verheiratet und hat eine Tochter. gda