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Lärm während Beerdigung verärgert Trauernde

Lärm während Beerdigung verärgert Trauernde

Ein Friedhof sollte ein Ort der Ruhe und Besinnung sein – besonders während einer Beerdigung. Umso ärgerlicher, wenn während einer Trauerfeier die Stadtreinigung im Hintergrund geräuschvoll ihrem Auftrag nachgeht.

Eine Beisetzung ist eine traurige Sache. Einem verstorbenen Menschen wird die letzte Ehre erwiesen, er wird verabschiedet, der Pfarrer spricht letzte persönliche Worte, die besonders für die anwesenden Angehörigen wichtig sind und dann - wird es laut und niemand versteht mehr ein Wort? So jedenfalls ist es Sieglinde Bodmer vor einiger Zeit ergangen. Während der Beisetzung eines engen Familienangehörigen auf dem Friedhof in Ernstweiler störten Straßenreiniger, die ihrer Arbeit mit lauten Maschinen in der darunter gelegenen Ernstweilertalstraße nachgingen, die Beisetzung. Leider auch genau in dem Moment, als der Pfarrer die Predigt am Grab begann. "Das war schon schlimm, wir haben den Pfarrer nicht mehr verstanden", erzählt Sieglinde Bodmer und fragt sich, warum solche Arbeiten nicht auf die Zeiten der Beisetzungen abgestimmt sind, gerade da der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) sowohl für die Pflege der Friedhöfe als auch für die Stadtreinigung zuständig ist. Für die Zukunft würde sie sich eine größere Rücksichtsnahme wünschen.

"So bedauerlich das für die Angehörigen auch ist, es lässt sich leider nicht immer verhindern", sagt UBZ-Vorstand Werner Boßlet. Da die Arbeiten nicht auf dem Friedhof selbst, sondern in der darunter gelegenen Straße stattfanden, gab es auch vorher keine Prüfung, ob möglicherweise in der Nähe eine Beisetzung stattfindet. Die Mitarbeiter würden lediglich darauf hingewiesen, ihre Arbeit in solch einem Fall zu unterbrechen, wie sie es nach Aussage von Werner Boßlet an diesem Tag auch getan hätten, nachdem sie von der Beisetzung Kenntnis erlangt hatten. Auf einem Friedhof selbst werden keine Arbeiten vorgenommen, wenn für diese Zeit eine Beisetzung geplant ist. Aber bei 13 Friedhöfen im Stadtgebiet und 400 bis 430 Beerdigungen pro Jahr sei es nicht möglich, auch die darum liegenden Straßen vorab zu prüfen, bedauert Werner Boßlet.

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