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Länder weiten Tests auf Corona aus - Kontrollen in Schlachtbetrieben in Rheinland-Pfalz

Mainz kontrolliert ab dieser Woche Schlachthöfe : Länder weiten Tests auf Corona deutlich aus

Bayern will alle Bürger testen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Arbeiter in Schlachtbetrieben.

(dpa) Nach den Corona-Ausbrüchen in Fleischfabriken und dem Lockdown in den Risiko-Kreisen in NRW beraten die Bundesländer über eine Ausweitung von Tests. Einige preschen aber bereits vor. Als erstes Land will Bayern Corona-Tests für jedermann einführen – unabhängig davon, ob man Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Niedergelassene Vertragsärzte sollen sie vornehmen. Wo die Kasse nicht zahle, werde der Freistaat einspringen, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Derweil muss die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen nach den Vorfällen bei Tönnies künftig auf eigene Kosten mindestens zwei Mal pro Woche alle ihre Mitarbeiter testen lassen, wie die Regierung in Düsseldorf beschloss. Die Vorgabe gilt ab 1. Juli für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich derweil skeptisch über flächendeckende Tests in der Bevölkerung. „Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen“, sagte er am Wochenende „Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen“, warnte Spahn.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen sollen ab dieser Woche alle Beschäftigten in sechs fleischverarbeitenden Betrieben in Rheinland-Pfalz auf das Virus getestet werden.

Die Reihentestungen in zwei großen und vier kleineren Betrieben seien ab diesem Montag geplant, kündigte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz an.

„Sofern sich Missstände zeigen oder Fragen auftreten, geht die Gewerbeaufsicht dem nach und ahndet Verfehlungen, wenn dies notwendig ist“, machte sie deutlich. Gemeinsam mit dem Zoll gebe es derzeit und in naher Zukunft Inspektionen in Schlachtbetrieben.

Darüber hinaus planten die jeweils zuständigen Genehmigungsbehörden weitere Inspektionen im dritten Quartal dieses Jahres.