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Kurt Rücker (Rosenkopf/Zweibrücken) feiert 80. Geburtstag

Kurt Rücker wird 80 : Ein bewegtes und oft gefährliches Leben

Der aus Rosenkopf stammende Zweibrücker Unternehmer Kurt Rücker wird diesen Mittwoch 80. Mit einer Stiftung haben er und seine Frau die Zukunft ihres Parks gesichert.

Wenn man den Namen Rücker hört, dann denken viele Zweibrücker insbesondere in den letzten Jahren an die prächtige Gartenanlage der Familie Rücker in Ixheim, seitdem diese regelmäßig Besucher empfängt. Und tatsächlich stehen dahinter Kurt und Ursula Rücker, die dafür eigens eine Stiftung gegründet haben. Kurt Rücker, der aber zuvor jahrzehntelang Unternehmer war, feiert am 5. August seinen 80. Geburtstag – und blickt auf ein spannendes und arbeitsintensives Leben zurück.

Geboren wurde er 1940 in Rosenkopf. „Eine katastrophale Zeit damals“, erinnert Rücker. Besonders die Verfolgung einer schulischen Ausbildung war zu jener Zeit keine einfache. Sein Berufswunsch war Bauingenieur, doch dazu fehlte ihm die akademische Ausbildung. Doch für den jungen Kurt Rücker kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Bei der Firma Karl Peschke machte er eine Lehre zum Technischen Zeichner und arbeitete dort zunächst im Konstruktionsbüro und wurde anschließend Abteilungsleiter des Zentral-Ersatzteillagers und dann sogar Betriebsleiter.

Doch in den 70er Jahren ging das Unternehmen Konkurs. 1974 gründe Rücker nach dem Konkurs die Pekazett-Baumaschinen GmbH neu und kaufte kurz darauf das Ersatzteillager. Von da an wuchs das Unternehmen, Kurt Rücker investierte weiter und schaffte es, bis 1991 mit dem Unternehmen ein konkurrenzloses Baukran-Programm zu entwickeln und verkaufte 75 Prozent seiner Anteile an MAN München. 1996 schließlich die letzten 25 Prozent.

Doch sein Vorruhestand sollte nicht so ruhig verlaufen, wie geplant. Kurt Rücker erkrankte an Krebs und nach seiner Prostata-Operation traf er die Entscheidung, das Unternehmen zurückzukaufen: „Damit ich noch eine Aufgabe habe und nicht die ganze Zeit an den Krebs denke“, erklärt Rücker seinen Einsatz. Noch heute ist er Mitglied im Verwaltungsrat, aus dem Firmengeschehen hat er sich jedoch zurückgezogen. „Die Arbeit hat viel Substanz gekostet“, weiß er heute. Unterstützt wurde er dabei stets von seiner Frau Ursula, die ihm den Rücken freihielt. „Wir sind ein gutes Gespann“, erklärt er.

1986 kauften die beiden das Haus in Ixheim, von dessen Gartenpracht damals noch überhaupt nichts zu sehen war. 1988 zogen sie ein. 2005 gründeten sie die „Kurt und Ursula Rücker Stiftung“ mit einem Stiftungsvermögen von einer Million Euro zum Zeitpunkt der Gründung. Der gemeinnützige Stiftungszweck ist die Erhaltung und Nutzung der Gartenanlage und sie auch nach Ableben der Eheleute Rücker der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Und die Heimatgemeinden der beiden, Bottenbach und Rosenkopf, sollen neben der Förderung des Stiftungszweckes wie beispielsweise die Heimatpflege, Kunst und Kultur, bei örtlichen Notwendigkeiten berücksichtigt werden.

In diesem Garten fühlt er sich natürlich auch wohl und verbringt heute einen großen Teil seiner Zeit. Denn heute geht es ihm mehr darum, den Tag zu genießen, denn: „Mit 80 kann das Leben täglich enden“, weiß Kurt Rücker. So einige Erfahrungen in seinem Leben haben ihn nachdenklich und dankbar werden lassen. Nicht nur die Krebserkrankung, sondern auch Erlebnisse, die er während seiner geschäftlichen Auslandsreisen machen musste. Eine Flugzeugnotlandung Ende der 80er Jahre etwa, ein Sandsturm während eines Fluges in Saudi-Arabien oder eine Autofahrt von Istanbul nach Ankara, bei der ein Staudammbruch die weiter hinten befindlichen Fahrzeuge in den Tod riss. „Das sind so Dinge, die mich hätten das Leben kosten können“, blickt Kurt Rücker zurück. Sein Fazit: „Ich fliege nicht mehr“, stellt er lachend fest. Aber vor allem Dankbarkeit, heute doch den 80. Geburtstag feiern zu dürfen, denn: „Ich sehe meinen 80. Geburtstag als großen Gewinn.“