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"Kurse zum Glauben" in Zweibrücken

Aktion „Kurse zum Glauben“ eröffnet : Lebensfragen im Landgestüt

In einem leer stehenden Stall wurde die Aktion „Kurse zum Glauben“ eröffnet.

(cvw) „Mit einem solchen Ansturm hätten wir nicht zu rechnen gewagt“, strahlte Pfarrerin Diana Lipps am späten Sonntagnachmittag zufrieden. Mehr als 150 Besucher hatten an der Eröffnung der Aktion „Kurse zum Glauben“ der beteiligten Dekanate Homburg, Zweibrücken, Pirmasens und Elsass-Lothringen im Landgestüt teilgenommen. Diese wurde in einem über die Wintermonate außerhalb der Decksaison leer stehenden Stall gefeiert: mit einem umfangreichen Programm und zwei Diskussionsrunden, die der Theologe und Journalist Stefan Mendling moderierte. „Zurück zu den Wurzeln des Christentums“, erklärte der Moderator den ungewöhnlichen Veranstaltungsort und erinnerte an die Weihnachtsgeschichte.

„Such nach Inhalt“, darin soll es laut der Organisatorin, Pfarrerin Andrea Müller, in den 30 unterschiedlichen Glaubenskursen gehen, die in den verschiedenen Gemeinden zu ganz unterschiedlichen Themen und für ganz verschiedene Zielgruppen angeboten werden. Ausdrücklich angesprochen sind dabei neben Gläubigen aller Altersstufen auch Skeptiker und Menschen, die mit Kirche nicht (mehr) viel am Hut haben. „Ich unterscheide Glauben und die Institution Kirche“, betonte auch Hartmut Pallmann, Chef des gleichnamigen Zweibrücker Familienunternehmens im Ruhestand. Er berichtete, gemeinsam mit Bernhard Thurn, Leiter des Oberlandesgerichts und dem Militärpfarrer Patrick Gebel aus Bitche, woran er glaubt. Für Bernhard Thurn, der lange Strafrichter war, fördert der christliche Glaube „die Fähigkeit, zu vergeben und zu verstehen“. Er sei ein wesentliches Fundament und verbindendes Element der Menschheit, trotz aller Glaubenskriege. „Glaube ist Vertrauen. Gottes Liebe wird uns geschenkt, sie gibt Stärke, Kraft, Energie“, hat Hartmut Pallmann seinen Glauben gerade in Zeiten erfahren, „wo man an seine Grenzen kommt“. Er weiß: „Wenn eine Belegschaft nicht glaubt, bricht alles zusammen. Nur das gemeinsame Gespräch stärkt.“

Der Militärpfarrer holt Menschen, die sich ihm meist in Notsituationen anvertrauen ab, wo sie stehen, und stellt Fragen zu ihrem Gottesbild. „Wir gehen den Weg dann gemeinsam und schauen, wohin es uns bringt“, setzt er auf Erleben statt Dozieren. Das kennen auch die Kinder der Kita Martin-Luther in Pirmasens. Leiterin Daniela Kroiß lebt mit ihrem Team christliche Wert und Vertrauen im Alltag vor. Geschichten von Jesus seien spannend für die Kinder. Wulf Pippart, Theologe am Hofenfels-Gymnasium, bearbeitet mit seinen Klassen die „Perlen aus der Bibel“. In seinem Unterricht sind Handys ausdrücklich erlaubt: Mit der kostenfreien Bibel-App. Er berät Schüler in Lebensfragen, indem er sie ermuntert, auf ihr Herz zu hören und dessen Ruf zu folgen.

Der ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiter Lothar Klein betreut Menschen mit Grenzerfahrungen am Ende ihres Lebens. Der Glaube vermittle „Vertrauen, dass es weiter geht, auch wenn nichts mehr weiter geht“. Er würde einem Reisenden als Glaubenhilfe die Überzeugung mitgeben: „Du bist geliebt!“

Waltraud Zimmermann-Geis trug, ganz passend zum Ort, Reitstiefel aus der Schuhstadt Pirmasens in der Hand. „Reiten ist auch ein Outdoorsport. So geht die Kirche auch nach außen zu den Menschen. Stiefel gehören zur Ausstattung eines Reiters ebenso dazu, wie Glaube zu der Ausstattung für ein gutes Leben“, erklärte sie unter Beifall. Die violett glitzernde Sanduhr des Homburger Dekans Thomas Holtmann ist eine „Aufwärts-Uhr“. Er will sich mit den Teilnehmern Zeit nehmen, im Gespräch Themen vom Himmel zur Erde, wieder zurück und auf die Seite zu bewegen. Dekan Peter Butz präsentierte eine Senftube. Er werde in seinem Kurs nur die Eingangsfrage stellen und sich dann zurück halten, nicht zu allen Äußerungen seinen Senf dazu geben.

www.kurse-zum-glauben.de